Heizkosten senken: Diese 5-Minuten-Routine vergessen die meisten – und zahlen 20% mehr

Der Winter zieht sich hin, die Heizkosten explodieren – dabei liegt die Lösung direkt vor Ihrer Nase

Die kalte Jahreszeit will einfach nicht enden. Der Thermostat wandert nach oben, die Rechnung gleich mit. In zahllosen Haushalten bleibt es trotzdem kühl, obwohl die Heizanlage auf Hochtouren läuft. Es wirkt, als würde das System Euro um Euro verschlingen, ohne spürbare Wärme zu liefern.

Was viele nicht ahnen: Ein simpler Handgriff von fünf Minuten, der keinen Cent kostet, kann die Heizrechnung um bis zu 20 Prozent drücken. Tatsächlich entfällt laut der französischen Umweltagentur Ademe rund 60 Prozent des Energieverbrauchs eines Haushalts auf die Heizung. Jede Einbuße bei der Effizienz schlägt sich sofort auf der Abrechnung nieder.

Bei Warmwasser-Heizsystemen gibt es einen unsichtbaren Störenfried: Luft, die sich in den Heizkörpern festsetzt. Sie zwingt die Heizanlage zu höherem Verbrauch bei gleichzeitig schlechterer Wärmeleistung.

Warum eingeschlossene Luft Ihre Heizkosten in die Höhe treibt

In einer Zentralheizung fließt heißes Wasser von der Heizanlage durch Rohre in die Heizkörper, die dann die Räume erwärmen. Mit der Zeit schleicht sich Luft ins System. Luft ist ein hervorragender Isolator – sie sammelt sich oben im Heizkörper und bildet eine Barriere zwischen dem Wasser und dem Metall.

Ein vernachlässigter Heizkörper kann bis zu 15 Prozent Luft enthalten. Das lässt die Leistung um 10 bis 20 Prozent einbrechen.

Die Anzeichen sind eindeutig. Gluckern oder Pfeifen aus dem Heizkörper? Unten heiß, oben lauwarm oder kalt? Dann hat sich Luft am höchsten Punkt eingenistet und blockiert einen Teil der Wärme. Die Folge: Man dreht den Thermostat höher, die Heizung arbeitet intensiver, doch die Behaglichkeit steigt nicht mit.

Der entscheidende Handgriff, der diesen Teufelskreis durchbricht: Das Entlüften Ihrer Heizkörper.

So entlüften Sie Ihre Heizkörper richtig – Schritt für Schritt in fünf Minuten

Beim Entlüften lässt man die eingeschlossene Luft entweichen, sodass im Kreislauf nur noch Wasser zirkuliert. Dieser Vorgang betrifft ausschließlich Warmwasser-Heizkörper, nicht elektrische Modelle. Er kostet nichts und kann von jedem Bewohner durchgeführt werden – vorausgesetzt, man beachtet ein paar Sicherheitsregeln.

Bevor Sie starten: Schalten Sie unbedingt die Heizanlage oder die Umwälzpumpe aus und lassen Sie die Heizkörper abkühlen, um Verbrennungen zu vermeiden.

Sie brauchen einen Entlüftungsschlüssel oder einen flachen Schraubendreher, ein Gefäß und einen Lappen. Beginnen Sie mit dem tiefsten Heizkörper im Haus. Platzieren Sie das Gefäß unter dem kleinen Entlüftungsventil, das meist gegenüber dem Thermostatventil sitzt. Öffnen Sie behutsam.

Ein Zischen zeigt an, dass Luft austritt. Lassen Sie sie entweichen, bis ein gleichmäßiger Wasserstrahl ohne Blasen ins Gefäß fließt. Dann schließen Sie wieder. In der Praxis reichen fünf Minuten pro Heizkörper für eine gleichmäßige Wärmeverteilung.

Wasserdruck kontrollieren – und langfristig Geld sparen

Nach dem Entlüften enthält das System weniger Wasser, der Druck sinkt. Prüfen Sie daher das Manometer an der Heizanlage. Der Zeiger sollte zwischen 1 und 1,5 bar stehen. Liegt er darunter, öffnen Sie den Nachfüllhahn und füllen Wasser nach, bis der Wert wieder stimmt. Dann schließen Sie den Hahn.

Diese Kontrolle verhindert, dass die Heizanlage in den Sicherheitsmodus schaltet. Regelmäßiges Entlüften reduziert zudem innere Korrosion und Schlammbildung, die der Anlage schaden.

Der ideale Zeitpunkt für diesen Handgriff ist der frühe Herbst, bevor die Heizperiode beginnt. Treten im Winter erneut Fließgeräusche oder kalte Stellen auf, wiederholen Sie einfach den Vorgang.

Wie Experte Olivier Cellier von der Asder betont: Das Wärmeempfinden im eigenen Zuhause hängt von zahlreichen Faktoren ab. Indem Sie die Effizienz Ihrer Heizkörper um 10 bis 20 Prozent steigern, wirken Sie genau auf diese Faktoren ein – und senken Ihre Heizkosten spürbar, ohne einen Cent auszugeben.

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