Warum die süßen Stacheltiere in unseren Gärten immer seltener werden
Igel gehören zu den bezauberndsten Säugetieren, die unsere Gärten bevölkern. Doch diese faszinierenden Geschöpfe stehen am Rande des Aussterbens. Intensive Landwirtschaft fordert ihren Tribut, Straßenverkehr wird zur tödlichen Falle, und selbst heimische Rasenmäher entwickeln sich zu unterschätzten Gefahrenquellen.
Um das Rätsel um die Igelpopulationen zu lösen, starteten Wissenschaftler ein bemerkenswertes Dreijahresprojekt. Das Ergebnis? Eine aufschlussreiche Kartierung dieser kleinen Säuger, die enthüllt, wo genau sie noch zu finden sind. Die Naturschutzorganisation France Nature Environnement veröffentlichte jetzt diese bahnbrechenden Erkenntnisse.
Großangelegte Bürgerwissenschaft entschlüsselt die geheimen Lebensräume der Igel
Diese nachtaktiven Tiere führen ein außerordentlich zurückgezogenes Dasein – sowohl in ländlichen Regionen als auch in städtischen Randgebieten. Ihre geringe Körpergröße macht Beobachtungen zusätzlich knifflig: gerade mal dreißig Zentimeter Länge und fünfzehn Zentimeter Höhe. Ihr Gewicht übersteigt kaum ein Kilogramm, selbst wenn sie sich auf den Winterschlaf vorbereiten.
Jahr für Jahr schrumpfen die Bestände dramatisch. Um diese besorgniserregende Entwicklung wissenschaftlich zu erfassen, initiierten Naturschützer das ambitionierte Bürgerprojekt Opération Hérisson. Gestartet im Département Doubs, weitete sich die Initiative durch France Nature Environnement rasch auf landesweite und sogar europäische Dimensionen aus.
Die überraschende Wahrheit: Wo Sie Igeln heute noch begegnen können
Tausende engagierte Freiwillige verwandelten ihre Gärten in wissenschaftliche Beobachtungsstationen. Sie installierten spezielle Tunnel, die Igelspuren sichtbar machten. Andere Teilnehmer dokumentierten einfach ihre Sichtungen – lebendige wie verstorbene Exemplare gleichermaßen.
Seit dem Projektstart 2018 läuft die Datensammlung ununterbrochen weiter. Die erste umfassende Auswertung präsentiert nun eine detaillierte Frankreichkarte mit den bevorzugten Aufenthaltsorten dieser Stacheltiere. An der Spitze? Burgund-Franche-Comté, Auvergne-Rhône-Alpes, Île-de-France und Hauts-de-France dominieren als Igel-Hochburgen.
Über 11.000 Naturfreunde enthüllen erstaunliche Muster
Die schiere Dimension beeindruckt: Mehr als 11.000 verschiedene Personen trugen zu dieser wegweisenden Untersuchung bei. Allein im Jahr 2023 flossen über 6.700 Beobachtungen aus ganz Frankreich in die Datenbank ein. Diese Zahlen belegen das außergewöhnliche Interesse der Bevölkerung an den stacheligen Gartenbewohnern.
Das Beste daran? Jeder kann mitmachen und Teil dieser wissenschaftlichen Mission werden. Der Frühling markiert das Ende der Winterruhe – genau dann werden Igel wieder aktiv und deutlich sichtbarer in der Natur. Interessierte finden auf der Plattform von France Nature Environnement unter Opération Hérisson einen Button mit der Aufschrift „Ich habe einen Igel beobachtet“. Halten Sie die Augen offen und werden Sie zum Igel-Detektiv!










