Wissenschaftler warnen vor möglicher Rückkehr des Wetterphänomens
Das gefürchtete Klimaphänomen El Niño könnte bereits 2026 wieder zuschlagen. Während Klimaforscher die Temperaturen im Pazifik genau beobachten, verdichten sich die Anzeichen für eine baldige Wiederkehr dieses weltverändernden Naturereignisses. Die Folgen? Extreme Hitzewellen, verheerende Dürreperioden und sintflutartige Regenfälle in verschiedenen Weltregionen. Experten sind alarmiert – denn die Auswirkungen werden nicht nur das Wetter betreffen, sondern auch Wirtschaft und Alltag massiv beeinflussen.
Drei Jahre nach seinem letzten Auftreten steht das Klimaphänomen El Niño möglicherweise schon 2026 wieder vor der Tür, so die Weltwetterorganisation. Die Institution spricht von einem „möglichen“ Ereignis, während unser Planet gerade eine kühlere La-Niña-Phase im Pazifik hinter sich lässt.
Das launische Kind des Pazifiks erwacht alle paar Jahre zum Leben
Wissenschaftler nennen es auch das „launische Kind des Pazifiks“ – ein Naturmechanismus, der durchschnittlich alle drei bis sieben Jahre sein Unwesen treibt. Laut wissenschaftlichen Modellen steigt die Wahrscheinlichkeit seines Erscheinens zwischen Mai und Juli schrittweise auf etwa 40 Prozent. Die amerikanische Wetterbehörde NOAA ging im Februar sogar von einer möglichen Bildung „zum Ende des Sommers und darüber hinaus“ aus, betonte jedoch, dass „die Modellunsicherheit beträchtlich bleibt und Prognosen zu dieser Jahreszeit tendenziell weniger präzise ausfallen“.
Um dieses Phänomen zu begreifen, muss man sich ein gewaltiges thermisches Ungleichgewicht im äquatorialen Pazifik vorstellen. Normalerweise erreichen die Gewässer nahe Indonesien rund 30 °C, während es entlang der lateinamerikanischen Küsten nur 24 °C sind. Diese Temperaturdifferenz treibt Passatwinde an, die warmes Wasser verschieben und das Aufsteigen nährstoffreichen, kalten Wassers begünstigen.
Wenn das natürliche Gleichgewicht im Pazifik zusammenbricht
Sobald El Niño eintritt, gerät dieses Gleichgewicht ins Wanken. Die Winde schwächen sich ab, warmes Wasser wandert zur Pazifikmitte. Der Klimatologe Jérôme Vialard erklärte gegenüber Reporterre, diese kalten Auftriebsströmungen fungieren als „Klimaanlage unseres Planeten“. Ihr Ausbleiben trägt dazu bei, die Atmosphäre großflächig zu erwärmen.
Dieses Naturschauspiel kann dann verheerende Dürren in Regionen wie Australien, Indien oder Brasilien auslösen, während andere Gebiete, besonders in Südamerika oder Ostafrika, unter extrem heftigen Niederschlägen leiden. Sogar Korallenriffe und lokale Fischbestände können bei den intensivsten Episoden massiv beeinträchtigt werden.
Klimawandel verstärkt die Wirkung des Wetterriesen dramatisch
Im Kontext der globalen Erderwärmung könnte die Rückkehr von El Niño den Temperaturanstieg zusätzlich verstärken. Die Weltwetterorganisation betont, dass „natürliche großskalige Klimaphänomene wie El Niño und La Niña sich in einen umfassenderen Kontext des menschengemachten Klimawandels einordnen, der die weltweiten Temperaturen langfristig ansteigen lässt, extreme Wetter- und Klimaereignisse verschärft und saisonale Niederschlags- und Temperaturmuster verändert„.
Bereits im Zeitraum März bis Mai 2026 erwartet die Organisation, dass „weltweit ein Temperaturanstieg an der Landoberfläche zu beobachten sein wird“. Wie stark das Phänomen tatsächlich ausfallen wird, bleibt ungewiss. OMM-Generalsekretärin Celeste Saulo unterstreicht: „Die OMM-Gemeinschaft wird die Lage in den kommenden Monaten sorgfältig überwachen, um fundierte Entscheidungen zu ermöglichen“.
Rekordtemperaturen und wirtschaftliche Milliardenschäden drohen
Sie erinnert außerdem daran, dass „die letzte El-Niño-Episode von 2023-2024 zu den fünf intensivsten jemals gemessenen gehörte und eine entscheidende Rolle bei den weltweiten Temperaturrekorden von 2024 spielte“. Saisonale Vorhersagen stellen ein unverzichtbares Instrument zur Risikoabschätzung dar, denn sie „helfen uns, wirtschaftliche Verluste in Millionenhöhe zu vermeiden und sind essenzielle Planungswerkzeuge für klimasensible Bereiche wie Landwirtschaft, Gesundheit, Energie und Wassermanagement. Sie bilden auch ein Schlüsselelement der klimatologischen Informationen, die die OMM für humanitäre Operationen und Katastrophenrisikomanagement bereitstellt – und retten damit Leben“.










