Rekord-Dürren und Extremhitze: Dieser Baum überlebt das Klima 2050

Welche Bäume werden in hundert Jahren noch existieren?

Stellen Sie sich die Wälder im Jahr 2135 vor. Welche Baumarten werden die dramatischen Klimaveränderungen überstehen? Ein Forscherteam hat sich dieser brisanten Frage gewidmet und verblüffende Erkenntnisse gewonnen.

Die Wissenschaftler identifizierten eine besondere Baumart, die sich durch außergewöhnliche Widerstandsfähigkeit gegenüber kommenden Extremwetterbedingungen auszeichnet. Diese Entdeckung könnte wegweisend für zukünftige Aufforstungsprojekte sein.

Klimawandel bedroht Waldökosysteme massiv

Die Klimakrise ist längst keine theoretische Bedrohung mehr, sondern stellt das planetare Gleichgewicht auf eine harte Probe. Angesichts dieser gewaltigen Herausforderung intensivieren Forscher ihre Anstrengungen, wirksame Lösungen gegen die globale Erwärmung zu entwickeln.

Die Problematik erweist sich als außerordentlich komplex. Klimaprognosen zeigen eindeutig: In absehbarer Zukunft werden nur wenige Baumarten in der Lage sein, sich an die veränderten Wetterverhältnisse anzupassen. Eine davon scheint besonders gut für die kommenden Herausforderungen gerüstet.

Setzlinge müssen Frost und Hitze gleichermaßen trotzen

Johannes Wessely, Modellierungsexperte an der Universität Wien, untersuchte gemeinsam mit seinem Team diese entscheidende Frage. Ihr Ziel? Baumarten zu ermitteln, die an einem bestimmten Standort dauerhaft überleben können – nicht nur bis 2100, sondern während ihres gesamten Lebenszyklus.

Die Herausforderung ist enorm: Junge Pflanzen müssen Kälte und Frost der kommenden Jahrzehnte bewältigen können und gleichzeitig den für Ende des Jahrhunderts prognostizierten Dürreperioden und Hitzewellen standhalten.

Nur neun von 69 Arten zeigen ausreichende Anpassungsfähigkeit

Nach der Analyse von 69 der verbreitetsten Baumarten Europas kamen die Forscher zu einem ernüchternden Ergebnis: Lediglich neun dieser Arten besitzen genügend Anpassungsvermögen für die bevorstehenden Umwälzungen.

Unter ihnen sticht die Stieleiche hervor, die in Großbritannien untersucht wurde. Sie erweist sich als besonders widerstandsfähig. Dennoch warnt Johannes Wessely: Die Bedrohung zahlreicher anderer Spezies könnte Wiederaufforstungsbemühungen erheblich gefährden.

Wissenschaftliche Debatte über Forschungsergebnisse

Die Studienergebnisse stoßen allerdings nicht auf ungeteilte Zustimmung. Xavier Morin, CNRS-Forscher für Waldökologie am Zentrum für funktionelle und evolutionäre Ökologie in Montpellier, äußert sich zurückhaltender.

„Diese Untersuchung geht von einer festen Reaktion der Bäume aus, berücksichtigt jedoch weder die Variabilität innerhalb der Arten noch deren Evolutionsfähigkeit“, erklärt der Experte. „Man sollte vielmehr Projektionen nutzen, die biologische Mechanismen der Bäume und ihre Wechselwirkungen einbeziehen. Diese Resultate fallen durchschnittlich weniger alarmierend aus.“

Praktische Empfehlungen für Waldbesitzer

Der Montpellier-Forscher empfiehlt, bestehende Bäume zu bewahren, selbst wenn sie geschwächt wirken. Sie schützen junge Triebe durch ihre Nährstoffe. Außerdem sei es absolut notwendig, verschiedene Arten zu kombinieren.

Entscheidend ist die Identifikation genetisch robusterer Exemplare. Zudem sollten Baumpflanzungen begrenzt werden, damit für jeden Baum ausreichend Wasser verfügbar bleibt. Die Entwicklung bleibt spannend.

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