4 beliebte Gartenpflanzen bedrohen Ihr Fundament – Immobilienexperte warnt eindringlich

Wenn der grüne Traum zum Albtraum wird

Eine dichte Hecke in sattem Grün, Kletterpflanzen an der Fassade, üppiges Blattwerk auf der Terrasse – diese Anblicke wirken malerisch und friedlich. Doch dann tauchen plötzlich treppenförmige Risse auf, Türen klemmen hartnäckig, Terrassenplatten wölben sich bedrohlich nach oben. Was viele Hausbesitzer unterschätzen: Hinter manch harmlos wirkender Bepflanzung verbergen sich Wurzelsysteme mit zerstörerischer Kraft.

Die Schäden zeigen sich oft erst nach Jahren, können aber dramatische finanzielle Folgen haben. Vier bestimmte Pflanzenarten bereiten Immobilienexperten dabei besonders große Sorgen.

Tausende Euro Wertverlust durch unterschätzte Wurzelkraft

Der britische Immobilienexperte Kevin Barzegar beobachtet diese Problematik regelmäßig bei Hausverkäufen. Seine Erfahrung spricht Bände: Immobilien verlieren tausende Pfund an Marktwert, sobald problematische Gewächse in Hausnähe entdeckt werden. Was zunächst als dekoratives Gartenelement erscheint, entwickelt sich zu einem kostspieligen Alptraum – nicht nur bei der Sanierung, sondern auch beim Verkauf, da potenzielle Käufer abgeschreckt werden.

Schwächen Pflanzen das Fundament, sinkt der Immobilienwert ähnlich dramatisch wie bei mangelhafter Bauausführung. Manche Kreditinstitute zögern sogar mit Finanzierungszusagen oder lehnen diese komplett ab, wenn riskante Gewächse zu nah am Gebäude stehen.

Warum ausgerechnet diese verbreiteten Arten so gefährlich werden

Die zunehmenden Dürreperioden verschärfen das Problem erheblich. Lehmhaltige Böden ziehen sich bei Trockenheit zusammen, während durstige Bäume und Sträucher mit ihren Wurzeln tief nach Feuchtigkeit suchen. Diese Kombination aus aggressivem Wurzelwachstum und geschwächtem Untergrund löst Bodenbewegungen aus, die direkt zu Rissen in der Bausubstanz führen.

Die Sicherheitsabstände variieren je nach Pflanzenart deutlich. Großwüchsige Pappeln benötigen 10 bis 15 Meter Abstand zu Gebäuden, Weiden und deren Hybriden sollten 7 bis 10 Meter entfernt gepflanzt werden, für Feigenbäume empfehlen sich 3 bis 5 Meter. Die Grundregel lautet eindeutig: Schützen Sie Ihr Haus durch ausreichenden Pflanzabstand.

Diese vier alltäglichen Pflanzen stehen auf der Warnliste

Die Leyland-Zypresse (Leylandii) gilt als Klassiker für blickdichte Hecken, erreicht aber Höhen von fast 30 Metern mit entsprechend weitreichendem Wurzelgeflecht. Durch die massive Wasseraufnahme trocknet sie den Boden unter Fundamenten aus, was zu Setzungen, Rissen und klemmenden Fenstern führt.

Der Götterbaum (Ailanthus altissima) entwickelt Wurzeln mit beachtlicher Sprengkraft. Sie durchbrechen Fundamente, heben Rohrleitungen an, sprengen Pflastersteine und breiten sich weit über den sichtbaren Stammbereich hinaus aus.

Schöne Fassade, bröckelnde Substanz

Die Glyzinie verzaubert mit ihren üppigen violetten Blütentrauben, doch ihre verholzenden Triebe dringen in kleinste Mauerrisse ein. Mit der Zeit zerstören sie Mörtel und Ziegel, heben Dachziegel an oder beschädigen Regenrinnen. Besonders heimtückisch: Sie begünstigen Wassereintritte, Feuchtigkeit und Schimmelbildung im Gebäudeinneren.

Der Ackerschachtelhalm wirkt unscheinbar und harmlos, entwickelt aber tiefreichende Wurzeln, die Pflaster, Asphalt und Fugen durchdringen. Manchmal infiltrieren sie sogar Drainagesysteme, und ihre vollständige Beseitigung gestaltet sich extrem schwierig.

Erste Hilfe bei problematischen Pflanzen am Haus

Bevor Sie drastische Maßnahmen ergreifen, sollten Sie eine gründliche Bestandsaufnahme rund um Ihr Gebäude durchführen. Treppenförmige Risse, sich öffnende Fugen, aufgewölbte Terrassen, lokale Absenkungen oder häufig verstopfte Drainagen – all diese Warnsignale verlangen nach genauer Prüfung benachbarter Bepflanzungen.

Der Japanische Staudenknöterich kann eine Immobilie nahezu unverkäuflich machen. Seine professionelle Bekämpfung erstreckt sich über mehrere Jahre und kostet zwischen 1.050 und 23.400 Euro.

Praktische Schutzmaßnahmen für Ihr Fundament

Sobald Sie potenzielle Risiken erkannt haben, helfen einfache Vorsichtsmaßnahmen, Schäden am Fundament zu begrenzen.

  • Halten Sie Leyland-Zypressen und Götterbäume in sicherem Abstand zu Fassaden und Leitungssystemen.
  • Befestigen Sie Glyzinien an freistehenden Rankgerüsten ohne direkten Kontakt zur Hauswand.
  • Überwachen Sie Schachtelhalm und Bambus regelmäßig; installieren Sie bei Bedarf Rhizomsperren aus HDPE (60 bis 80 cm Tiefe, 5 cm überstehend) und ziehen Sie bei Rissbildung Fachleute hinzu.
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