Warum wegwerfen, wenn daraus neue Pflanzen entstehen können
Ein einziger Topf mit roter Aglaonema auf dem Regal zieht sofort alle Blicke auf sich. Die breiten Blätter schimmern in Rosa, Rot und manchmal auch Weiß – eine exotische Augenweide für Wohnzimmer und Badezimmer. Doch wer mehrere dieser Prachtexemplare kaufen möchte, muss tief in die Tasche greifen. Besonders die spektakulärsten Hybriden kosten ein kleines Vermögen.
Die überraschende Wahrheit: Sie brauchen nur eine einzige Pflanze. Das Chinesische Immergrün, wie die Aglaonema auch genannt wird, lässt sich spielend leicht zu Hause vermehren. Mit ein paar Stängelstecklingen in Wasser oder leichter Erde entstehen binnen weniger Wochen identische Ableger. Dieser Trick funktioniert besonders gut bei rotlaubigen Sorten wie Red Emerald, Red Gold, Red Ruby oder Red Zircon.
Was viele nicht wissen: Eine etwas sparrig gewordene Pflanze ist der perfekte Ausgangspunkt für einen scheinbar unbegrenzten Vorrat an exotischen Zimmerpflanzen. Ihre Stängel sind wahre Schätze.
Der ideale Zeitpunkt zum Vermehren Ihrer roten Aglaonema
Mit der Zeit streckt sich das Chinesische Immergrün in die Höhe. Die unteren Blätter vertrocknen, die Basis wirkt kahl – ein Anblick, der Anfänger verunsichert. Genau dieser Moment ist jedoch Gold wert für die Vermehrung. Beim Zurückschneiden der langen Triebe verjüngen Sie die Mutterpflanze und gewinnen gleichzeitig wertvolle Stecklinge.
Schneiden Sie pro Steckling einen Trieb mit drei bis fünf gesunden Blättern ab. Die optimale Länge liegt zwischen 10 und 15 Zentimetern. Setzen Sie die Schere direkt unterhalb eines Knotens an – dort, wo der Stängel leicht verdickt ist. Wichtig: Verwenden Sie desinfiziertes Werkzeug. Entfernen Sie anschließend beschädigte Blätter und kleine Blattreste am unteren Ende sorgfältig.
Das Ergebnis ist ein sauberer Trieb, bereit für Wasser oder Erde.
Wurzelbildung im Wasserglas – die sicherste Methode für Einsteiger
Für den Einstieg eignet sich die Wassermethode hervorragend. Wählen Sie ein Glas, eine Flasche oder eine Vase mit engem Hals, damit der Steckling aufrecht steht. Füllen Sie frisches Wasser ein, sodass nur die Stängelbasis eintaucht. Die Blätter müssen oberhalb der Wasseroberfläche bleiben, sonst droht Fäulnis.
Stellen Sie das Gefäß an einen warmen Ort mit Temperaturen um 22 bis 24 Grad Celsius. Ideal ist helles, indirektes Licht – beispielsweise eine Fensterbank mit etwas Abstand zur Scheibe.
Nach einigen Wochen sprießen gewöhnlich Wurzeln entlang der eingetauchten Knoten. Sobald diese etwa 2,5 bis 5 Zentimeter lang sind, kommt der Steckling in einen kleinen Topf mit lockerer Zimmerpflanzenerde. Halten Sie das Substrat in den ersten Tagen feucht, aber niemals durchnässt – die Wurzeln müssen sich erst an die neue Umgebung gewöhnen.
Wird das Wasser trüb oder riecht unangenehm? Sofort austauschen, um Fäulnis zu verhindern.
Direktes Eintopfen und Teilung – zwei weitere Wege zu mehr Pflanzen
Wer Zeit sparen möchte, setzt die Stecklinge gleich in Erde. Füllen Sie kleine Töpfe mit einer leichten Mischung aus Blumenerde und Kokosfaser, die nur leicht angefeuchtet sein sollte. Falls verfügbar, tauchen Sie die Stängelbasis kurz in Bewurzelungshormon. Dann einpflanzen, andrücken – fertig.
Bei warmem Standort mit indirektem Licht bilden diese Stecklinge nach etwa 25 bis 45 Tagen neue Triebe.
Bei einer kräftigen, buschigen Pflanze funktioniert die Teilung der Horste besonders unkompliziert: Trennen Sie einen Seitentrieb mitsamt Wurzeln ab, topfen Sie ihn ein, und schon bald wächst er prächtig weiter. Aussaat und Gewebekultur bleiben Profis vorbehalten – für Ihre Zwecke reichen ein paar Stecklinge völlig aus.
Das Schöne daran: Sie können Ihre selbst gezogenen roten Aglaonemen verschenken. Im Feng Shui gelten sie übrigens als Glücksbringer – ein zusätzlicher Grund, sie zu vermehren.










