Warum die Frühlingsmonate für Gartenbesitzer kritisch werden
Während Terrassen sich füllen und Blumen ihre Knospen öffnen, geschieht etwas Beunruhigendes: Königinnen der asiatischen Hornisse erwachen aus ihrer Winterruhe. Seit ihrer Ankunft in Frankreich im Jahr 2004 hat sich diese invasive Art über nahezu das gesamte französische Festland ausgebreitet. Gartenliebhaber und Imker schlagen gleichermaßen Alarm, denn diese Insekten machen Jagd auf Bienen und weitere bestäubende Arten.
Sobald die Frühlingstemperaturen konstant zwischen 12 und 13 °C pendeln, beginnen die Königinnen mit dem Bau kleiner Primärnester. Diese winzigen Strukturen bleiben oft monatelang unentdeckt – ein fataler Fehler. Aus diesem unauffälligen Anfang kann bis zum Spätsommer ein gewaltiges Sekundärnest entstehen, bevölkert von Hunderten jagender Hornissen.
Diese versteckten Bereiche übersehen selbst erfahrene Gärtner
Zwischen März und Mai erreichen Primärnester lediglich 3 bis 10 cm Durchmesser – vergleichbar mit einer Orange oder einem Golfball. Sie befinden sich typischerweise in geringer Höhe. Die Kolonie wechselt später zu einem Sekundärnest, häufig hoch oben in Baumkronen, auf Dachböden oder unter Dachvorsprüngen versteckt.
„Bleibt ein Nest über Wochen oder Monate hinweg ungestört, expandiert es rasant. Was im Frühling als kleine Kugel beginnt, entwickelt sich zu einer beeindruckenden Struktur von Basketballgröße, sobald die Kolonieaktivität im Spätsommer und Herbst ihren Höhepunkt erreicht. Solche Nester beherbergen problemlos mehrere hundert Individuen“, erklärt Thibaut Dupuis, professioneller Schädlingsbekämpfer.
Die Früherkennung macht den entscheidenden Unterschied: Ein zerstörtes Primärnest verhindert Hunderte bienenjagende Hornissen in den folgenden Monaten. Die gelbfüßigen Invasoren bevorzugen typische Gartenumgebungen mit Bäumen, nektarreichen Blüten, nahegelegenen Bienenstöcken und vor allem Wasserquellen. Sie „etablieren sich überall und passen sich jeder Umgebung an“, betont Dupuis.
Gebäudestrukturen: Der erste gefährliche Versteckplatz
Beginnen Sie Ihre Suche bei sämtlichen Gartenbauten. Geräteschuppen, Gartenhäuser, offene Garagen, Carports oder Dachböden bieten dunkle, trockene Winkel, die im Winter selten betreten werden. Königinnen befestigen ihre Nester an Balken, Dachstühlen oder an Holz- und Putzdecken.
Eine Taschenlampe ermöglicht die Inspektion ohne direkten Kontakt – ein leises Summen oder eine kleine graubraune „Papierkugel“ sollte sofort Ihre Aufmerksamkeit erregen. Untersuchen Sie auch Dachüberstände, Terrassenvordächer, Rollladenkästen, Dachränder und Fensterecken rund ums Haus. Primärnester hängen oft direkt unter Dachbrettern oder in selten genutzten Rollladenkästen.
Ein verräterisches Zeichen: Eine Hornisse fliegt wiederholt zur selben Stelle in einer Mauer oder unter einem Dachvorsprung. Nähern Sie sich keinesfalls weiter an – fotografieren Sie aus sicherer Distanz und kontaktieren Sie umgehend einen Fachmann.
Hecken, Büsche und Wasserquellen bergen versteckte Gefahren
Der zweite Risikobereich umfasst dichte Vegetation. Immergrüne Hecken aus Thuja, Lorbeer oder Photinia sowie Feuerdorn und andere dornige Sträucher bieten perfekte Tarnung. Nester können bereits in 1,50 Meter Höhe an Zweigen hängen – auf Augenhöhe, vom Laub verborgen.
Achten Sie auf lokalisiertes Summen in Hecken, schwebende Hornissen vor Pflanzungen oder kleine „Papierstücke“ am Fuß von Sträuchern. Diese Hinweise deuten auf versteckte Primärnester hin.
Der dritte kritische Bereich: alle Wasserquellen im Garten. Pools, Whirlpools, Teiche, Brunnen, schlecht verschlossene Regenwassersammler, Untersetzer unter Töpfen oder leicht verstopfte Regenrinnen liefern lebenswichtiges Wasser. Hornissen benötigen es zum Zermahlen von Holz für den Nestbau und zur Kühlung ihrer Strukturen.
Bei Nestsichtung empfehlen Gesundheitsbehörden mindestens 5 Meter Abstand. „Eigenmächtige Versuche, asiatische Hornissennester zu beseitigen, sind gefährlich und nicht empfehlenswert. Man handelt dabei auf eigenes Risiko“, warnt Dupuis eindringlich.
Sammeln Sie niemals tote Hornissen auf – „selbst tot können sie mit ihrem Stachel stechen“ und einen Geruch freisetzen, der die gesamte Kolonie zum Angriff ruft. Beauftragen Sie lieber professionelle Schädlingsbekämpfer für durchschnittlich 90 bis 250 Euro und schützen Sie dabei europäische Hornissen, die natürlichen Hauptfeinde der asiatischen Art.










