Warum blaue Blüten Kolibris von Sommer bis Herbst magisch anziehen
Stellen Sie sich einen Garten vor, in dem leuchtend blaue Blumen wachsen und Kolibris bis zu den ersten kühlen Tagen umherschwirren. Genau das lässt sich verwirklichen. Diese winzigen Vögel werden nicht primär von der Farbe angelockt, sondern vom Nektar – und bestimmte intensive Blautöne, von Himmelblau bis Violettblau, verwandeln sich in regelrechte Tankstellen für ihre langen Wanderungen.
Experten betonen, dass Kolibris gezielt nach nektarreichen Blüten suchen, häufig mit röhrenförmiger oder langsporniger Struktur. Dank ihres langen Schnabels können sie Nektarquellen anzapfen, die anderen Bestäubern verschlossen bleiben. Obwohl sie Blüten aller Farben besuchen – nicht nur rote –, blühen mehrere blaue Arten genau dann, wenn die Vögel am meisten Energie brauchen: von Sommer bis Herbst. Hier kommt unsere Auswahl ins Spiel.
Das Geheimnis der röhrenförmigen Blüten in strahlendem Blau
Zahlreiche für Kolibris geeignete blaue Blumen zeigen eine röhren- oder glockenförmige Struktur – denken Sie an Salbeiarten, Phlox, Lobelien oder Glockenblumen. Der Nektar bleibt leicht erreichbar, die Blütenstände wachsen dicht, und der blaue Farbton hebt sich deutlich im Beet ab. Kolibris verlassen sich kaum auf Düfte, sondern orientieren sich stark an der Blütenform und Nektarmenge, was ihre Vorliebe für diese großzügigen Stauden erklärt.
Ein weiterer Vorteil: Diese blauen Gewächse übernehmen genau dann, wenn andere Stauden nachlassen. Blaue Astern (Symphyotrichum), die Blaue Kardinalslobelie (Lobelia siphilitica), Salvia guaranitica, Salvia farinacea, Salvia azurea und der Russische Salbei (Salvia yangii) beginnen im Sommer zu blühen und setzen im Herbst fort. Das ist entscheidend, denn Kolibris müssen vor der Migration ihre Fettreserven aufstocken – kanadische Leitfäden weisen darauf hin, dass sie beispielsweise Québec zwischen Ende August und Anfang September verlassen, um in Mittelamerika zu überwintern.
12 strahlend blaue Blumen, die Kolibris unwiderstehlich finden
Für sonnige Beete und frische Rabatten garantieren mehrere Stauden durchgehende Blaufärbung. Die Schmucklilie Agapanthus ‚Brilliant Blue‘ präsentiert im Sommer azurblaue Blütenbälle auf 60 cm hohen Stielen, gedeiht in voller Sonne oder Halbschatten bei frischem, durchlässigem Boden (Zonen 8 bis 11). Der Hohe Phlox ‚Blue Paradise‘ (Phlox paniculata, Zonen 4 bis 8) erreicht bis zu 120 cm Höhe und trägt den ganzen Sommer über sowie im Herbst Rispen mit röhrenförmigen perwinkelblauen Blüten. Blaue Astern wie Symphyotrichum novi-belgii oder S. patens (Zonen 4 bis 8, 60 bis 150 cm) übernehmen gegen Saisonende.
Niedriger wächst Stokesia laevis (Zonen 5 bis 9), der 30 bis 60 cm hohe Polster mit großen, margeritenähnlichen blauen Blüten bildet – auch bei Schmetterlingen äußerst beliebt.
Bei den Salbeiarten liefert der Anis-Salbei Salvia guaranitica (bis 150 cm, Zonen 7b bis 10) strahlend blaue Ähren von Sommer bis Spätherbst bei eher frischem Boden. Salvia farinacea, oft als Mehliger Salbei bezeichnet (Zonen 8 bis 10), blüht ausdauernd von Frühling bis Herbst in voller Sonne auf leichtem Boden. Salvia azurea (Zonen 5 bis 9) passt zu sandigen oder steinigen Böden und zeigt im Spätsommer azurblaue Lippenblüten, während Salvia yangii, der Russische Salbei (Zonen 5 bis 9), bläuliche Wolken in trockenen Gärten erzeugt.
Für Formvielfalt eignen sich außerdem die Rundblättrige Glockenblume Campanula rotundifolia (45 cm, Zonen 3 bis 8), der Penstemon ‚Electric Blue‘ (45 cm, Zonen 5 bis 7) für trockene Standorte, die Agastache-Sorten ‚Blue Fortune‘ oder ‚Blue Boa‘ (Zonen 5 bis 10) sowie die Blaue Kardinalslobelie Lobelia siphilitica, die feuchte Böden bevorzugt und von Juli bis Oktober blüht (Zonen 4 bis 9).
- Agapanthus ‚Brilliant Blue‘
- Phlox paniculata ‚Blue Paradise‘
- Blaue Astern (Symphyotrichum)
- Stokesia laevis
- Salvia guaranitica
- Salvia farinacea
- Salvia azurea
- Salvia yangii
- Campanula rotundifolia
- Penstemon ‚Electric Blue‘
- Agastache ‚Blue Fortune‘ / ‚Blue Boa‘
- Lobelia siphilitica
So gestalten Sie ein kolibrifreundliches Beet in Blautönen
Um Kolibris wirklich zu unterstützen, kombinieren Sie diese Arten entsprechend Ihrer Standortbedingungen. In voller Sonne mit durchlässigem Boden harmonieren Russischer Salbei, Salvia azurea, Penstemon ‚Electric Blue‘ und Agastachen zu einem blauen, nektarreichen Beet, das Trockenheit verkraftet. Bei frischerem Boden ergänzen sich Phlox ‚Blue Paradise‘, blaue Astern und Stokesia hervorragend. Nahe Feuchtbereichen oder Gräben verbinden die Blaue Kardinalslobelie und die Rundblättrige Glockenblume Wasser und Nahrungsangebot für die Vögel.
Einige zusätzliche Maßnahmen verstärken die Anziehungskraft dieser blauen Kolibriblumen: Pflanzen Sie in dichten Gruppen statt einzeln, meiden Sie stark gefüllte Sorten, die den Nektar verbergen, verzichten Sie auf Pestizide in diesen Beeten und beschränken Sie den Katzenzugang zum Garten. Futterstellen können ergänzen, doch diese gestaffelt blühenden blauen Pflanzen von Sommer bis Herbst bieten Kolibris eine verlässliche, natürliche Ressource.










