Diese wilde Blume pflanzt ein berühmter Gärtner vor Ende März – und verwandelt heimlich seinen ganzen Garten

Das Geheimnis liegt im richtigen Zeitfenster zwischen Winter und Frühling

Eine bescheidene Wildblume, gepflanzt in einem ganz bestimmten Zeitraum zwischen dem ausgehenden Winter und dem Frühlingserwachen – das ist das Erfolgsrezept, das der britische Gärtner Monty Don, Kultfigur der BBC, kürzlich enthüllt hat. Seine klare Botschaft: Wer diese entscheidende Phase vor Monatsende März verpasst, dem entgeht ein Großteil der Gartenmagie.

Der 70-jährige Moderator der Sendung Gardeners‘ World bewirtschaftet den Garten Longmeadow, den er 1991 als verwildertes Brachland erwarb. Begeisterte Zuschauer stellen ihm immer wieder dieselbe Frage: Welche Blume liebt er am meisten? Zunächst antwortet er differenziert: „Die Wahrheit ist, dass es von der Jahreszeit abhängt, von der Situation, davon, was ich gerade tue und sogar davon, mit wem ich es tue. Ich habe viele Lieblingsblumen“, verriet Monty Don gegenüber der Daily Mail. Doch wenn er sich entscheiden muss, fällt die Wahl stets auf dieselbe Pflanze.

Die gewöhnliche Primel triumphiert als Frühlingsfavorit

Auf Nachfrage gesteht Monty Don: „Aber jedes Mal, wenn ich gezwungen bin, einen einzigen floralen Schatz über alle anderen zu stellen, wähle ich die gewöhnliche und bescheidene Primel. Keine andere Pflanze zelebriert den Frühlingsanfang so perfekt und tut dies mit solch sanftem Charme und Schönheit.“ Hinter dieser Wahl verbirgt sich die gewöhnliche Primel, Primula vulgaris, jene niedrig wachsende und unaufdringliche Blume, die an Wegrändern auftaucht. Er beschreibt sie als „Unterholzblume“, die „kühle und feuchte Böschungen“ liebt und „im Schutz einer Hecke oder im Niederwald“ gedeiht.

Die Wildprimel erkennt man an ihrem sehr blassen Gelb, doch Monty Don erinnert daran, dass es sie in unzähligen Farbtönen gibt, vom „nahezu reinen Weiß“ bis hin zu Orange. Er hat bereits erklärt, dass er von Primeln träumt, die „seinen Garten vollständig bedecken“ würden. In einem Text für Gardeners‘ World schrieb er: „Primeln, einfach die gewöhnliche Primel, und zwar ausschließlich in Tönen zwischen Elfenbein und Gelb, sind meine Lieblingsblumen überhaupt. Eines Tages hoffe ich, dass sie den Boden zwischen den Haselnusssträuchern vollständig bedecken und einen sanften, duftenden Teppich bilden.“ Diese Vision eines cremegelbem Blütenteppichs leitet auch seine Pflanzratschläge.

Warum das Pflanzen der Primel vor Ende März alles verändert

Laut dem Magazin Gardeners‘ World müssen Primeln im zeitigen Frühjahr gesetzt werden, damit sie zügig wurzeln und blühen können. Das Magazin erklärt, dass sie „hervorragend für Bestäuber“ sind und empfiehlt, sie mit Narzissen, Alpenveilchen und Schneeglöckchen zu kombinieren. Konkret lassen sich die Horste im Februar pflanzen und blühen dann im März, April oder Mai. Die Aussaat für das Folgejahr erfolgt im Juli, die erneute Pflege im Februar. Britische Medienberichte betonen, dass diese „Lieblingsblume“ von Monty Don vor Ende März in die Erde sollte.

Für deutsche Gärtner bedeutet dieses Zeitfenster konkret: Pflanzung von Februar bis Ende März in Regionen mit mildem Klima (Weinbaugebiete, Rheinebene, Teile Süddeutschlands) und eher Mitte März bis Anfang April in kälteren Zonen oder Höhenlagen, sobald der Boden weder durchnässt noch gefroren ist. Die einfache Faustregel lautet: Abwarten, bis die Erde bearbeitbar ist und starke Fröste vorüber sind, ohne jedoch die Phase verstreichen zu lassen, in der die Tage merklich länger werden. Zu spät gepflanzt leidet die Primel stärker unter Hitze und etabliert sich schwieriger.

Monty Dons Primel im Garten oder Topf erfolgreich kultivieren

Um die Atmosphäre von Longmeadow nachzubilden, sollte man eine unterholzartige Ecke schaffen: kühle Böschung, Heckenfuß, schattiger Wegrand mit laubabwerfenden Sträuchern, wo der Boden im Frühling feucht bleibt, aber nicht zur Schlammgrube wird. Ein humusreiches Substrat, eine leichte Mulchschicht aus Herbstlaub und leichter Sommerschatten ermöglichen den Horsten ein langes Leben. In Töpfen oder Balkonkästen auf einer Ost- oder Nordseite wählt man ebenfalls eine frische und durchlässige Mischung mit regelmäßigem Gießen, sobald die Oberfläche abtrocknet. Monty Don schätzt auch Schlüsselblumen, andere Wiesenprimeln: „Sie lassen sich jedoch leicht im Garten kultivieren, wenn man eine sonnige Ecke mit gut drainiertem Rasen hat, der lange genug ungemäht bleiben kann, damit die Blumen versamen – praktisch bis Anfang Juli“, fügte er hinzu.

Um diese „floralen Schätze“ wie er anzusiedeln, genügen wenige Handgriffe. Man jätet die Fläche, lockert die Erde auf eine gute Spatentiefe auf und setzt die Töpfe in derselben Höhe wie im Kunststoffcontainer ein, wobei man sie so verteilt, dass sie sich in einigen Jahren berühren. Nach der Blüte lassen sich zu dichte Horste teilen und im Juli aussäen, um das Beet zu verdichten. Eine leichte Pflege im Februar durch Entfernen beschädigter Blätter und verwelkter Blüten regt dann die Blüte dieses diskreten Symbols des Frühlingsbeginns erneut an.

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