Wenn der Garten aus dem Winterschlaf erwacht, wächst bereits die Gefahr
Der Februar täuscht. Während kahle Beete noch schlummern, treiben bereits die ersten Triebe aus dem Boden. Viele Hobbygärtner freuen sich über das erste Grün – dabei handelt es sich oft um Arten, die später Blumenzwiebeln, Stauden und Gemüsekeimlinge verdrängen werden. Auf nacktem Boden lassen sich diese frühen Stängel deutlich besser erkennen als in der vollen Saison.
Jetzt ist genau der richtige Zeitpunkt, um zu entscheiden: Welche Pflanzen dürfen bleiben, welche müssen weichen?
Biologen sprechen von invasiven Pflanzen, wenn Arten sich rasend schnell ausbreiten, heimische Flora bedrängen und die Tierwelt durcheinanderbringen. Im Ziergarten wie im Gemüsebeet stehlen diese Eindringlinge wertvollen Platz, beherbergen manchmal Schädlinge und machen die Pflege zum Kraftakt. Wer invasive Pflanzen im Februar beseitigt, schafft Raum für einheimische Gewächse und saisonale Blütenpracht.
Die Schwierigkeit: Man muss diese unauffälligen Störenfriede erkennen, bevor sie sich festsetzen.
Warum gerade jetzt das beste Zeitfenster gegen Pflanzeneindringlinge ist
Am Ende des Winters zeigt sich der Garten weitgehend nackt. Stauden ruhen, Blumenzwiebel-Beete durchbrechen kaum die Erde, Bäume tragen noch kein Laub. Diese Kargheit macht Problemgewächse sichtbar, die grün bleiben oder noch Beeren tragen – wie der geflügelte Spindelstrauch, die Scheinrebe oder das Japanische Geißblatt.
Jetzt entfernte Pflanzen schädigen benachbarte Wurzeln weniger. Außerdem vermeidet man, aus Versehen kostbare Gewächse auszureißen.
Der britische Gartenfachmann Alan Titchmarsh liebt es, „kleine Farbtupfer den ganzen Winter bis zum Frühling“ zu setzen, wie er gegenüber dem Mirror erklärte. Um den Boden für den Frühling vorzubereiten, empfiehlt er außerdem: „Wenn Sie sichergehen wollen, dass Sie im Frühling so früh wie möglich mit der Aussaat auf den Boden können, dann decken Sie ihn jetzt mit dicker schwarzer Folie ab.“
Ein etwas trockenerer und erwärmter Boden lässt sich besser bearbeiten – auch zum Entwurzeln tiefwurzelnder Pflanzen wie der Vielblütigen Rose oder der Japanischen Berberitze.
So erkennen Sie diese 12 invasiven Pflanzen am Ende des Winters
Dicht über dem Boden schleichen sich mehrere Kräuter schon im ausgehenden Winter ein. Die Vogelmiere (Stellaria media) bildet einen grünen Teppich mit winzigen weißen Sternblüten. Lässt man sie aussamen, bleiben die Samen jahrelang keimfähig.
Die Knoblauchsrauke (Alliaria petiolata) erscheint früher als Unterwuchs-Pflanzen: Ein einziger blühender Horst kann über 7.000 Samen produzieren – deshalb die ganze Pflanze ausreißen und in einen Sack stecken statt auf den Kompost.
Bei den Bodendeckern breitet sich der Giersch (Aegopodium podagraria) über Rhizome aus. Jedes vergessene Wurzelstück treibt neu, daher im Februar gründlich ausgraben, wenn andere Stauden noch schlafen. Der Gewöhnliche Rainkohl kann bis zu 800 Samen je Pflanze verbreiten, wenn man ihn blühen lässt.
Bei den Sträuchern trägt der Feuerdorn noch seine roten Beeren, die Vögel fressen und so die Samen verteilen. Die Vielblütige Rose verrät sich durch ihre Winter-Hagebutten. Unter den Kletterpflanzen bilden die Japanische Kletterfarn, der Rundblättriger Baumwürger, das Japanische Geißblatt, die Scheinrebe oder die Chinesische Yamswurzel verfilzte Pakete aus Ranken und Blättern.
Diese muss man abschneiden und dann samt Wurzeln entfernen – genau wie die Japanische Berberitze (Berberis thunbergii), die schattige Bereiche besiedelt und Zecken beherbergen kann.
Nach dem Entfernen: Den Garten für einen blühenden Frühling vorbereiten
Wenn möglich, arbeitet man von Hand: Spaten, Grabegabel und Geduld, um Wurzeln und Rhizome herauszuholen. Herbizide bleiben letztes Mittel für einzelne abgeschnittene Stümpfe.
Abfälle dieser Eindringlinge gehören nicht auf den Kompost. Man verschließt sie in Säcken und pflanzt an ihrer Stelle einheimische bienenfreundliche Arten.
So verwandelt sich Ihr Garten von einer Invasoren-Festung in ein blühendes Frühlingsparadies – Pflanze für Pflanze, die Sie jetzt im Februar entfernen.










