86 Départements in höchster Alarmstufe: Überflutungen und Sturmböen treffen Frankreich massiv

Unwetter Pedro bringt Chaos in weite Teile des Landes

Sintflutartige Regenfälle, orkanartige Böen und über die Ufer tretende Flüsse prägen den Donnerstag, 19. Februar 2026. Seit Tagen bereits wütet Sturmtief Pedro, das vom Atlantik herangezogen ist, und sorgt mit heftigen Windstößen sowie intensiven Niederschlägen für anschwellende Gewässer und aufgeweichte Böden in großen Landesteilen.

Die aktuelle Wetterwarnkarte von Météo-France zeigt ein dramatisches Bild: Nicht weniger als 86 Départements stehen unter Beobachtung – wegen Hochwasser, Sturmböen, Lawinengefahr, Schnee-Eisregen und Gewittern. Vier Regionen wurden auf höchste Alarmstufe Rot gesetzt aufgrund extremer Überflutungsrisiken, einundzwanzig befinden sich in Orange-Warnstufe, einundsechzig in Gelb. Hinter diesen Farbcodes verbergen sich gesperrte Straßen, gefährdete Deiche und massive Verkehrsbehinderungen. Die Lage könnte sich stündlich verschärfen.

Wetterchaos weitet sich aus: Vier Regionen in kritischer Lage

Im Vergleich zum Mittwoch, 18. Februar, als bereits 82 Départements in Alarmbereitschaft waren, hat sich die Warnsituation nochmals verschlimmert. Vier Gebiete entlang der Loire und Garonne – Maine-et-Loire, Gironde, Charente-Maritime sowie Lot-et-Garonne – befinden sich in Rot-Alarm wegen Überflutungen, da die Flüsse bedrohliche Pegelstände erreicht haben. In Mérignac fielen 16,7 mm Niederschlag bei Windgeschwindigkeiten von 80 km/h, während in L’Houmeau nahe La Rochelle Böen von 103 km/h gemessen wurden.

Weiter südlich registrierte Fouras Sturmspitzen von 94 km/h zusammen mit zusätzlichen 9,2 mm Regen, während in Fumel der Luftdruck unter anhaltenden Schauern auf 992 hPa absackte. Einundzwanzig weitere Départements, hauptsächlich entlang der Atlantikküste und in den Loiretälern, stehen in Orange-Warnstufe wegen Hochwasser, Lawinengefahr oder Sturmböen – vom Finistère über Loire-Atlantique bis zur Vendée, Mayenne, Gers, Isère, Savoie, Haute-Savoie und den Hautes-Alpes.

Kritische Pegelstände: Normandie unter verschärfter Überwachung

In den rot markierten Zonen haben die Fluten ein als kritisch eingestuftes Niveau erreicht: Verkehrswege werden unpassierbar, manche Deichanlagen zeigen Schwächezeichen und längere Stromausfälle sind wahrscheinlich. Bereits am Mittwoch kämpften neun weitere Départements wie Sarthe, Loire-Atlantique, Morbihan oder Charente mit massiven Überflutungen, wobei in Vaux-sur-Mer Böen bis 101 km/h gemessen wurden und die Regensummen in Bourgneuf 18 mm sowie in Angers 13 mm überschritten.

In der Normandie hat Météo-France das Département Orne auf Orange-Warnstufe für Hochwasser hochgestuft, während Calvados, Manche, Seine-Maritime und Eure auf Gelb verbleiben. Nach mehreren Tagen intensiver Regenfälle können die wassergesättigten Böden kaum noch Feuchtigkeit aufnehmen, weshalb Behörden Bereiche wie die obere Sarthe besonders engmaschig überwachen. Manche steht außerdem an diesem Donnerstagmorgen unter gelber Warnung für Wellen und Sturmfluten, vom Mont-Saint-Michel bis zur Hague-Halbinsel, mit dringender Empfehlung, Vigicrues regelmäßig zu prüfen und überflutete Strecken strikt zu meiden.

Flächendeckende Gelb-Warnung und meteorologische Hintergründe

Jenseits der rot und orange markierten Gebiete befinden sich einundsechzig Départements in gelber Warnstufe wegen moderater Winter- oder Niederschlags-Wind-Phänomene. Von der Île-de-France über Burgund, vom Zentralmassiv bis zu den Alpes-Maritimes sind Schneefälle und Eisregen in Puy-de-Dôme, Cantal oder Alpes-de-Haute-Provence möglich, während in den Pyrénées-Atlantiques und Alpes-Maritimes Lawinen mittlerer Intensität gemeldet werden, zusammen mit küstennahen Gewittern in Korsika, den Landes und in der Gironde.

Vor Ort sind Weinberge im Bordelais nicht erreichbar und der SNCF-Verkehr zwischen Angers und Saumur läuft nur verlangsamt. Das Wetterphänomen entsteht durch feuchtwarme Atlantikluft, die auf kalte Höhenluft trifft – eine Konstellation, die Niederschläge und Böen verstärkt. Copernicus-Daten weisen darauf hin, dass die Klimaerwärmung die Energie winterlicher Stürme erhöht, wodurch extreme Hochwasser und heftige Winde wahrscheinlicher werden. Experten raten dringend, Wettermeldungen zu verfolgen, überflutete Straßen zu umfahren und vor Bergtouren unbedingt Lawinenwarnungen zu konsultieren.

Nach oben scrollen