Warum manche Balkone zu bunten Schmetterlingsoasen werden
Ein Schmetterling landet auf einer Lavendelblüte direkt vor dem Fenster – dieser magische Moment verändert den kompletten Blick auf den eigenen Außenbereich. Was nach großem Landgarten klingt, funktioniert erstaunlich gut auf einem gewöhnlichen Stadtbalkon, wenn man versteht, was diese filigranen Besucher wirklich brauchen.
Schmetterlinge flattern nicht zufällig vorbei. Bestimmte Gewächse liefern ihnen Nahrung, andere bieten den Raupen ein Zuhause, während viele züchterisch stark bearbeitete Zierpflanzen praktisch wertlos für sie sind. Mit gezielt ausgewählten schmetterlingsfreundlichen Blumen und cleverer Anordnung verwandelt sich jede noch so kleine Grünfläche in ein lebendiges Refugium. Alles hängt von wenigen durchdachten Entscheidungen ab.
Was Schmetterlinge in einem blühenden Garten wirklich suchen
Ein echter Schmetterlingsgarten muss zweierlei bieten: Nektar für die erwachsenen Falter und Futterpflanzen für deren Raupen. Erwachsene Schmetterlinge ernähren sich hauptsächlich von Nektar und bevorzugen einfache, weit geöffnete Blüten, bei denen ihr Rüssel problemlos ans Zentrum gelangt. Gefüllte Blüten oder stark gezüchtete Hybridsorten enthalten häufig kaum oder überhaupt keinen Nektar. Zur Fortpflanzung benötigen die Falter außerdem Brennnesseln, Fenchel oder bestimmte Kreuzblütler, auf denen sich die Raupen entwickeln können.
Diese Insekten lieben Wärme – richtig aktiv werden sie erst ab etwa 18 Grad und suchen sonnige, windgeschützte Plätze auf. Eine geschützte Ecke hinter einer Hecke, Mauer oder einem Sichtschutz mit Süd- oder Südostausrichtung eignet sich perfekt. Eine flache Untertasse mit Sand oder kleinen Steinen, die feucht gehalten wird, dient als natürliche Tränke und vervollständigt dieses kleine Naturrestaurant.
Diese Pflanzen ziehen garantiert Schmetterlinge an
Damit die gefiederten Gäste vom Frühjahr bis in den Herbst regelmäßig vorbeischauen, sollten die Blütezeiten gestaffelt sein. Im Spätwinter und zeitigen Frühjahr bieten Zwiebelpflanzen wie Krokusse, Traubenhyazinthen und Garten-Anemonen das erste Nektarbuffet. Danach übernehmen Sommerstauden das Zepter: Lavendel, Purpur-Sonnenhut, Patagonisches Eisenkraut, Margeriten, Flammenblumen, Katzenminze oder Baldrian. Gegen Saisonende sorgen Astern, Fetthennen oder Goldruten für Nachschub, ebenso wie blühender Efeu.
Für einen besseren Überblick – einige besonders wirksame Pflanzenfamilien für Schmetterlingsgärten:
- Vollsonnige Staudenbeete: Lavendel, Sonnenhut, Patagonisches Eisenkraut, Johanniskraut, Margeriten, Flammenblumen.
- Gehölze: Schmetterlingsflieder, oft „Schmetterlingsstrauch“ genannt, der auf etwa 3 Meter wächst und von Juli bis September auf kargen, sonnigen Böden blüht.
- Küchenkräuter mit Doppelnutzen: Thymian, Rosmarin, Salbei, Minze, Zitronenverbene.
- Wildblumen zum Stehenlassen: Klee, Löwenzahn, Kornblumen, Wegerich, Gänseblümchen, Veilchen, Gräser.
- Für milde Lagen oder Kübel: Wandelröschen, Zierverbenen, Schmuckkörbchen, Studentenblumen, Borretsch.
So passen Sie diese Blumen an Garten, Hof oder Balkon an
In einem kleinen Stadtgarten funktioniert eine dreistufige Bepflanzung hervorragend: vorne eine Lavendeleinfassung, mittig Gruppen aus Sonnenhut und Flammenblumen, hinten Patagonisches Eisenkraut und einen Schmetterlingsflieder, eventuell in kompakter Züchtung. Frühe Zwiebelpflanzen werden in Gruppen von 5, 10 oder 15 Stück in zwei- bis dreifacher Zwiebelhöhe gesetzt, um auffällige Farbflecken zu erzeugen, die Schmetterlinge schnell entdecken.
Auf Balkon oder Terrasse genügen vollsonnige Blumenkästen. Dort lassen sich Zwerglavendel, Verbenen, Wandelröschen, Schmuckkörbchen, Studentenblumen und Borretsch in guter, durchlässiger Erde kombinieren. Am Gemüsebeetrand locken Ringelblumen, Sonnenblumen, Schmuckkörbchen oder Borretsch sowohl Schmetterlinge als auch andere Bestäuber an. Wer einen kleinen ungem ähten Streifen mit einigen Brennnesseln oder Wildblumen stehen lässt, auf Pestizide und Kunstdünger verzichtet und stattdessen auf Kompost sowie Mulch setzt, verwandelt nach und nach den gesamten Garten in ein echtes Schmetterlingsrefugium.










