Warnung: Wer diese Gehölze im Februar schneidet, verliert alle Blüten des Jahres
Der Februar naht, kahle Äste überall, und die Gartenschere zuckt schon ungeduldig in der Hand. Zahlreiche Hobbygärtner nutzen diese scheinbar ruhige Jahreszeit gerne zum Aufräumen und kürzen einfach alles, was herausragt. Das große Problem: Manche Pflanzen tragen zu dieser Zeit bereits fertig ausgebildete Blütenknospen an ihren Zweigen, die mit bloßem Auge kaum zu erkennen sind. Ein einziger unbedachter Schnitt genügt, um Flieder, Forsythie oder Glyzinie um ein komplettes Jahr Blütenzauber zu bringen.
Die Grenze zwischen sinnvollen Schnittarbeiten im Spätwinter und Sträuchern, die man besser verschont, erschließt sich Anfängern nicht sofort. Viele Ratgeber empfehlen den Februar grundsätzlich als guten Schnittmonat – doch wer Obstbäume mit Frühjahrsblühern verwechselt, schneidet praktisch blind drauflos. Solche Fehler wurzeln vor allem in mangelndem Verständnis für die innere Uhr der Gewächse.
Warum bestimmte Februarschnitte die gesamte Blüte vernichten
Der entscheidende Punkt liegt darin, ob eine Pflanze am diesjährigen Holz oder am alten Holz blüht, betonen Fachleute immer wieder. Frühjahrsblühende Gehölze wie Flieder, Forsythien, Azaleen, Rhododendren oder Kamelien bereiten ihre Knospen bereits im vorangegangenen Sommer vor. Im Februar sitzen diese Blütenanlagen schon an den Trieben, selbst wenn die Pflanze noch im Winterschlaf zu sein scheint. Wer sie wegschneidet, eliminiert schlichtweg das gesamte Feuerwerk, das für März, April oder Mai vorgesehen war.
Bei der Glyzinie fällt dieser Zusammenhang besonders deutlich auf. Eine Hobbygärtnerin aus einer Solidargemeinschaft erklärt den Schnittkalender so: „Ja, wer zu früh eingreift, stört die Pflanze noch in ihrer Aktivität… kommt man zu spät, beschädigt man die blühbereiten Knospen. In unserer Gärtnergruppe treffen wir uns im Dezember, wenn die Glyzinie in echter Ruhephase ist. Selbst Neulinge und ältere Teilnehmer bemerken, dass die Wundheilung besser verläuft und Krankheiten seltener Fuß fassen.“
Diese Pflanzen dürfen im Februar auf keinen Fall geschnitten werden
Die häufigsten Opfer falsch angesetzter Scheren sind frühjahrsblühende Ziergehölze. Die Forsythie trägt ihre leuchtend gelben Knospen am vorjährigen Holz – ein Spätwinterschnitt entfernt also genau jene Zweige, die eigentlich blühen sollten. Dasselbe Prinzip gilt für Flieder, Zierquitten, Azaleen, Rhododendren und Kamelien, die man erst nach der Blütezeit schneidet, wenn die Blüten verwelkt sind.
Hinzu kommen Bauernhortensien, Berghortensien oder Eichenblatthortensien, deren Blütenknospen sich bereits im Sommer gebildet haben und den ganzen Winter unter den vertrockneten Blütenständen ausharren. Zierkirschen und Judasbäume schneidet man ausschließlich im Früh- oder Hochsommer nach der Blüte, um die oft nur zwei bis drei Wochen dauernde Blütenpracht nicht zu verkürzen und bei Prunus-Arten die Gefahr der Sprühfleckenkrankheit zu minimieren.
Was man im Februar schneiden darf und welche Vorsichtsmaßnahmen gelten
Der Februar ist keineswegs schnittfrei. Jetzt eignet sich die Zeit hervorragend für laubabwerfende Obstbäume, um totes Holz und sich kreuzende Äste zu entfernen, sowie für moderne Rosen, die man um etwa ein Drittel einkürzt. Ziergräser, Stauden und sommerblühende Gehölze, die am diesjährigen Holz blühen, vertragen den Rückschnitt jetzt ebenfalls problemlos.
Fragen Sie sich vor jedem Schnitt: Blüht der Strauch gleich zu Frühlingsbeginn oder erst im Hochsommer an frischen, zarten Trieben? Im Zweifelsfall beschränken Sie sich auf totes Holz und warten nach der Blüte ab. Sollten Sie bereits einen Flieder oder eine Forsythie im Februar radikal gekürzt haben, überlebt die Pflanze zwar, wird dieses Jahr aber kaum Blüten zeigen.










