Großflächige Wetterwarnung von der Bretagne bis zu den Alpen
Nach Sturm Marta vom Wochenende bleibt die Wetterlage am Montag, 9. Februar 2026 in weiten Teilen Frankreichs angespannt. Die Böden können kein Wasser mehr aufnehmen, zahlreiche Flüsse führen Hochwasser und ein neues Tiefdruckgebiet zieht vom Atlantik heran. Es bringt Regen, Wind und in höheren Lagen Schnee mit sich.
Météo-France und spezialisierte Wetterdienste haben am Morgen 20 Départements unter Wetterwarnung gestellt. Im Fokus stehen Gefahren durch Überschwemmungen, Starkregen und Lawinen. Während Morbihan als einziges Département auf Orange-Alarm steht, bleiben große Teile des Westens und der Alpenregion auf Gelb. Die entscheidende Frage lautet: Gehört Ihr Département zu dieser verschärften Überwachungszone?
Orange-Warnstufe in Morbihan wegen massiver Hochwassergefahr am Oust
Im Zentrum der Warnungen steht das Département Morbihan (56), das seit Mitternacht auf Orange-Stufe für Überschwemmungen und Hochwasser gesetzt wurde. Laut Meteocity fielen stellenweise über 30 Millimeter Niederschlag innerhalb kurzer Zeit. In Lorient wurden beispielsweise 34,1 Millimeter bei Windböen von 58 km/h registriert, in Vannes 31,2 Millimeter bei 57 km/h und in Guidel 30,1 Millimeter mit Böen bis 63 km/h.
Die Flüsse reagieren heftig auf diese anhaltenden Regenfälle, besonders die Nebenflüsse von Blavet und Vilaine. Météo-France warnt konkret: „Das Département Morbihan bleibt aufgrund einer bedeutenden Hochwassersituation am Oust auf Orange-Warnstufe.“ Diese Alarmstufe bedeutet akute Gefahr durch größere Überschwemmungen mit überfluteten Straßen, möglichen Zugausfällen und Stromausfällen. Die Behörden appellieren eindringlich, überschwemmungsgefährdete Bereiche zu meiden und keine Fahrzeuge in überflutete Straßen zu lenken.
Weitere betroffene Regionen: Zwischen Atlantik und Alpenmassiv
Rund um Morbihan erstreckt sich eine breite Warnzone entlang der Atlantikküste. Nach Angaben von Meteocity stehen 19 weitere Départements auf gelber Warnstufe. Wegen Überschwemmungsgefahr betrifft dies Finistère, Côtes-d’Armor, Loire-Atlantique, Vendée, Ille-et-Vilaine, Charente, Vienne, Gironde, Dordogne, Charente-Maritime und Var.
Die Messstationen verzeichneten beachtliche Werte: In Guipavas (Finistère) fielen 18,6 Millimeter bei Böen von 63 km/h, in Arcachon 14,6 Millimeter bei 59 km/h. Für Lawinengefahr gilt die gelbe Warnstufe in Haute-Savoie, Savoie, Isère, Hautes-Alpes, Alpes-de-Haute-Provence, Alpes-Maritimes, Corse-du-Sud und Haute-Corse. Die jüngsten Schneefälle haben dort eine instabile Schneedecke hinterlassen, besonders kritisch ab 2.000 Metern Höhe an Südhängen.
Wetterprognose für den 9. Februar: Regen, Wind und Schnee im Anmarsch
Der Tag wird von einer neuen atlantischen Störung in feucht-südwestlicher Strömung geprägt. „Am Vormittag erreicht eine neue Wetterfront den Atlantik und bringt zunächst leichten Regen von der Bretagne bis ins Aquitaine-Gebiet“, erläutert Météo-France. „Davor ziehen über der Zentralregion und der nördlichen Hälfte vielerorts Nebel und Hochnebel auf, besonders vom Grand Est bis zur Lyoner Region.“
Im Tagesverlauf weitet sich der Niederschlag aus. „Während des Nachmittags breiten sich die Regenfälle auf den gesamten Westen bis in die Normandie, das Limousin und den Südwesten aus. Von der Bretagne bis in den Norden von Aquitaine verstärken sie sich deutlich. Bis zum Golf von Lion wird der Himmel stark bewölkt, im Roussillon sind vereinzelte Tropfen möglich.“
Der Wind frischt an der aquitanischen Küste und im Nordwesten mit Böen zwischen 60 und 70 km/h auf. Die Temperaturen bleiben jahreszeitentypisch, teils etwas frisch. „An anderen Orten liegen die Tiefstwerte zwischen 2 und 6 Grad, an den Küsten stellenweise bei 7 bis 9 Grad. Nachmittags erreichen die Höchstwerte 8 bis 12 Grad, im Aquitaine-Gebiet und am Mittelmeer lokal 13 bis 15 Grad – außer unter hartnäckigem Hochnebel im Nordosten, wo die Thermometer bei etwa 5 Grad stagnieren können.“
Dringende Sicherheitshinweise für betroffene Gebiete
Angesichts der hohen Wasserstände und instabilen Schneedecken geben die Behörden klare Verhaltensregeln aus. In Überschwemmungsgebieten sollten sich Menschen von Flussufern fernhalten und keinesfalls versuchen, überflutete Straßen zu durchfahren – die Wasserkraft wird meist unterschätzt.
Auf nassen Fahrbahnen empfiehlt sich reduzierte Geschwindigkeit, um Aquaplaning zu vermeiden. In Bergregionen ist besondere Vorsicht geboten: Vor jeder Tour sollte der aktuelle Lawinenlagebericht konsultiert werden. Bleiben Sie auf gesicherten Routen und führen Sie stets ein Lawinenverschüttetensuchgerät (LVS), eine Schaufel und eine Sonde mit sich. Die Schneedecke ist derzeit besonders im Bereich um 2.000 Meter an Südhängen äußerst labil und kann bereits durch das Gewicht eines einzelnen Skifahrers ausgelöst werden.










