Wetterwarnung erfasst 38 französische Départements am 4. Februar 2026
Die Wochenmitte bringt ernsthafte Gefahren für weite Teile Frankreichs. Nach einem bereits regnerischen Wochenende spitzt sich die Lage zunehmend zu. Flüsse schwellen bedrohlich an, Böden können kein Wasser mehr aufnehmen und die verschneiten Gebirgshänge drohen abzugehen.
An diesem Mittwoch stehen insgesamt 38 Départements unter Beobachtung. Die Behörden haben für die Gironde die höchste Warnstufe Orange wegen schwerer Überschwemmungen ausgerufen. Weitere 37 Départements erhalten gelbe Warnungen – betroffen sind Regionen mit Hochwassergefahr, Lawinenrisiko, plötzlichen Gewitterzellen oder Sturmböen.
Am vergangenen Sonntag waren bereits 33 Départements mit gelben Warnungen versehen. Der meteorologische Druck bleibt also konstant hoch. Doch wo lauern heute die größten Gefahren?
So verteilen sich die Wetterwarnungen am Mittwoch
Die Gironde trägt als einziges Département die Warnstufe Orange für massive Überschwemmungen. Daneben befinden sich 37 weitere Gebiete in gelber Alarmbereitschaft.
Im Detail bedeutet das: 22 Départements kämpfen mit moderaten Hochwassern, 13 alpine und pyrenäische Regionen sowie Korsika stehen wegen Lawinengefahr unter Beobachtung. Acht Départements müssen mit lokalen Unwettern rechnen, eines mit gefährlichen Windböen.
Besonders die Atlantikküste, die Bretagne, der Südwesten und Teile des Zentralmassivs sind von Überflutungen bedroht. Betroffen sind unter anderem Loire-Atlantique, Lot, Corrèze, Lozère, Rhône, Var, Landes, Finistère und Cantal.
Bergregionen im Visier der Lawinenwächter
In den Gebirgsregionen bleiben 13 Départements unter Lawinenwarnung – darunter Isère, Pyrénées-Atlantiques, Haute-Savoie, Ariège, Hautes-Pyrénées, Savoie, Hautes-Alpes und Corse-du-Sud.
An der Atlantikküste fielen in La Trinité-sur-Mer bereits 15 Millimeter Regen, begleitet von Windspitzen bis 66 km/h. Bayonne meldete Böen von 61 km/h. Die nationale Wetterkarte wird mindestens zweimal täglich aktualisiert – morgens gegen 6 Uhr und am Nachmittag.
Warum die Gironde auf Orange-Alarm steht
Die Warnstufe Orange in der Gironde resultiert aus einem gefährlichen Zusammenspiel mehrerer Faktoren. Seit den frühen Morgenstunden prasselten massive Niederschläge auf die Region nieder.
Gujan-Mestras verzeichnete 26 Millimeter, La Teste-de-Buch 25 Millimeter und Cestas 18 Millimeter Regen. Gleichzeitig peitschen anhaltende Südwinde mit Geschwindigkeiten von 67 km/h in Andernos-les-Bains und 64 km/h in Arcachon über das Land.
Diese Windströmung drückt das Wasser landeinwärts und blockiert gleichzeitig den natürlichen Abfluss der bereits angeschwollenen Flüsse zum Ozean. Die Pegel bleiben dadurch gefährlich hoch.
Konkrete Gefahren bei Orange-Warnstufe
Orange signalisiert erhebliche Risiken für tiefliegende Gebiete. Straßen können abrupt gesperrt werden, einzelne Bahnverbindungen fallen aus, Stromausfälle drohen besonders in hochwassergefährdeten Zonen.
Die Behörden raten dringend: Meiden Sie Fahrten entlang von Flussmündungen und Uferbereichen. Befahren Sie niemals überflutete Straßenabschnitte. Bringen Sie empfindliche Gegenstände im Erdgeschoss in höhere Stockwerke.
Diese Warnstufe bleibt mindestens bis zur nächsten Neubewertung um die Mittagszeit aktiv. Die Entscheidung hängt von weiteren Regenfällen und den Gezeiten ab.
Richtiges Verhalten bei Lawinen, Hochwasser und Gewittern
In Bergregionen täuscht die gelbe Lawinenwarnung oft über die realen Gefahren hinweg. Mehrere Massive in Savoyen zeigen bereits ein markantes Risiko der Stufe 3 von 5 – eine Gefahrenstufe, die statistisch mit zahlreichen Unfällen verbunden ist.
Schneebrettlawinen können bereits beim Überqueren durch einen einzelnen Skifahrer abgehen, besonders oberhalb von 1.800 Metern. Rettungsdienste warnen eindringlich: Bleiben Sie auf markierten Pisten, meiden Sie steile Mulden und Rinnen.
Wer sich dennoch abseits gesicherter Bereiche bewegt, muss zwingend ein Lawinenverschüttetensuchgerät, eine Schaufel und eine Sonde mitführen. Diese Grundausstattung kann Leben retten.
Unterschätzte Gefahr in den Hochwassergebieten
In den 22 Départements mit gelber Hochwasserwarnung sind die Böden bereits vollständig gesättigt. Das begünstigt Erosion, Erdrutsche und plötzliche Überschwemmungen durch kleine Wasserläufe, die normalerweise harmlos erscheinen.
Die acht Départements mit lokalen Gewitterwarnungen – darunter Var, Alpes-Maritimes, Vendée, Deux-Sèvres, Charente, Bouches-du-Rhône, Charente-Maritime und Gironde – müssen mit intensiven Regenschauern rechnen. Starke Blitzaktivität und sogar Hagel sind möglich.
Bewohner sollten Gartenmöbel und loses Material sichern, während Gewitterzellen aktiv sind auf Wassersport verzichten und vor jeder geplanten Fahrt oder Freizeitaktivität am Nachmittag die aktuelle Warnkarte prüfen.










