Extremwetter-Alarm: Warum der Februar 2026 noch verheerender werden könnte

Wenn der nächste Monat noch schlimmer wird als der letzte

Die Straßen von Quimperlé im Finistère erzählen eine Geschichte von Zerstörung. Beschädigte Fahrbahnen, mit Planen verhüllte Geschäfte und erschöpfte Bewohner prägen das Stadtbild nach den Januarfluten 2026. Von der Bretagne bis in den Süden Frankreichs hat dieser Jahresbeginn bereits seine Spuren hinterlassen: endloser Regen, wassergesättigte Böden und ununterbrochene Hochwasserwarnungen.

Kaum ist der außergewöhnliche Januar vorbei, zeigt sich der Februar von derselben grauen Seite. Tiefdruckgebiete reihen sich aneinander und ziehen über den Westen des Landes. Zwischen Erschöpfung und wachsender Sorge stellt sich eine Frage immer drängender: Wird der Februar 2026 genauso regenreich oder womöglich noch schlimmer als der Januar?

Rekordmonat Januar schafft gefährliche Ausgangslage

Die Regenmenge des Januars verdeutlicht das ganze Ausmaß der Situation. Im Finistère haben zahlreiche Messstationen über 300 Millimeter Niederschlag registriert – ein Rekordwert seit Beginn der Aufzeichnungen. Perpignan verzeichnete 269 Millimeter, während die Cevennen und das korsische Bergland stellenweise mehr als 500 Millimeter in einem einzigen Monat erreichten. Im Gegensatz dazu blieb es vom Zentrum bis in den Nordosten trockener als üblich.

Dieser Unterschied spielt eine entscheidende Rolle für die kommenden Wochen. In den bereits wassergesättigten Regionen prognostizieren die Wettermodelle einen Februar mit deutlich überdurchschnittlichen Regenmengen, besonders in der Bretagne, entlang der Atlantikküste und in den Mittelmeer-Reliefs. Nach diesen Szenarien könnten die monatlichen Niederschläge dort das Doppelte der Normalwerte erreichen. Das macht einen mindestens genauso feuchten Monat wie Januar realistisch, zumindest im Westen und Süden.

Atmosphärische Blockade hält Frankreich im Regengriff

Diese Prognose basiert auf einer besonderen atmosphärischen Konstellation. Der Jetstream, jenes Band kraftvoller Höhenwinde, verläuft ungewöhnlich weit südlich – von den Azoren über Spanien bis ins Mittelmeer. Polare Luftmassen gleiten regelmäßig von Nordamerika in Richtung Atlantik, wo sie die Tiefdruckgebiete verstärken, die sich kettenartig bilden und direkt auf Frankreich zusteuern.

Die großen kontinentalen Vorhersagemodelle zeichnen eine weiträumige Feuchtigkeitsanomalie von Portugal bis zum Balkan. Für Frankreich bedeutet das Niederschläge weit über den Normalwerten, wobei im Süden und entlang des Atlantikbogens Mengen erreicht werden könnten, die das Doppelte der üblichen Werte darstellen. Anfang des Monats könnte die Bretagne innerhalb einer Woche mehr als 50 bis 80 Millimeter Regen abbekommen, während die Cevennen problemlos über 150 Millimeter erreichen dürften. Wer die Wetterentwicklung für Februar 2026 in Frankreich verfolgt, stellt eines fest: Der Regen dominiert weitaus stärker als die Kälte.

Diese französischen Regionen trifft es besonders hart

In diesem Szenario bleibt die Bretagne die verwundbarste Region. Im Finistère, in Quimperlé oder entlang der Küstenflüsse, stehen die Wasserpegel weiterhin hoch und die Böden können kaum noch Feuchtigkeit aufnehmen. Schon eine Abfolge moderater Störungen genügt, um neue Überschwemmungen auszulösen. Der Westen und Südwesten, von Loire-Atlantique bis Nouvelle-Aquitaine, liegen auf derselben Tiefdruckbahn.

Weiter südlich könnten die Cevennen, das korsische Bergland und bestimmte Mittelmeerküsten neue Extremereignisse erleben. Dort, wo der Januar bereits über 500 Millimeter gebracht hat, würde ein sehr feuchter Februar das Risiko von Sturzfluten und Erdrutschen erheblich erhöhen. Die Mitte und der Nordosten, im Januar weniger vom Regen betroffen, sehen ein geringeres Überschwemmungsrisiko, bleiben aber bei kurzen Kaltlufteinbrüchen für Schnee und Glatteis anfällig.

Gegen Monatsende deuten mehrere Szenarien auf leicht überdurchschnittliche Temperaturen und weiterhin unbeständiges Wetter vom Atlantik bis zu den Alpen hin – ohne plötzliche Trockenphase. Die Wettermaschine läuft auf Hochtouren, und Februar 2026 könnte tatsächlich noch härter zuschlagen als sein Vorgänger.

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