Warum ein technisches Detail Ihre staatliche Förderung um das Fünffache kürzen könnte
Planen Sie gerade den Einbau einer Wärmepumpe, um Ihre alte Öl- oder Gasheizung zu ersetzen? Dann verlassen Sie sich vermutlich auf staatliche Zuschüsse, um die Kosten erheblich zu senken. Doch ab Herbst 2026 wird ein technisches Detail zum entscheidenden Faktor: der Montageort Ihres Geräts. Bei bestimmten Modellen könnte die Förderung dramatisch von rund 3.500 € auf magere 700 € schrumpfen.
Der Grund liegt in einer neuen Regelung zur europäischen Präferenz bei den Energieeinspar-Zertifikaten (CEE), jenen Prämien, die von Energieversorgern ausgezahlt werden. Die Regierung möchte die heimische Industriebranche stärken und spricht bereits von einem „Bonus“ für in Europa produzierte Modelle. Hinter diesem Begriff verbirgt sich eine sehr praktische Frage für Haushalte: Wie vermeiden Sie es, dass Ihre CEE-Förderung auf ein Fünftel zusammenschmilzt?
Was die Regierung konkret bei der Wärmepumpen-Förderung 2026 ändert
Am 23. Januar 2026 verkündete Industrieminister Sébastien Martin eine bedeutsame Neuerung: Ab dem 1. September 2026 werden die CEE-Bonuszahlungen ausschließlich für Wärmepumpen gewährt, deren Kältekreislauf im Europäischen Wirtschaftsraum montiert wurde. Sein Ziel formulierte er unmissverständlich: „Verbraucher sollen französische Wärmepumpen wählen“, wie er laut Positivr betonte.
Das Finanzministerium verweist darauf, dass Frankreich bereits heute etwa 300.000 Luft-Wasser-Wärmepumpen jährlich produzieren kann, mit weiteren 200.000 Einheiten in Planung. Betroffen sind vor allem Luft-Wasser-Wärmepumpen für Einfamilienhäuser sowie geothermische Systeme (Wasser-Wasser, Sole-Wasser), die massiv zum Ersatz fossiler Heizungen beworben werden.
Ein enger Mitarbeiter von Minister Martin erklärte gegenüber Que Choisir das neue Kriterium präzise: „Der Kältekreislauf – also das Herzstück dieser Geräte – muss im europäischen Wirtschaftsraum montiert sein“. Das CEE-System verschwindet nicht komplett: Die Grundförderung bleibt für alle zugänglich, doch die lukrativen Bonuszahlungen sind künftig den „Made in Europe“-Modellen vorbehalten.
Welche Förderungen tatsächlich auf ein Fünftel sinken können
Die CEE-Förderung setzt sich aus einer Grundpauschale zusammen, die für vergleichbare Projekte identisch ist, plus diverse Bonuszahlungen. „Es gibt mehrere tausend mögliche Kombinationen von Bonuszahlungen“, erläuterte François Deroche, Präsident des französischen Wärmepumpenverbands, gegenüber Que Choisir.
Das Ministerium liefert ein konkretes Rechenbeispiel: Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe für ein Einfamilienhaus kostet durchschnittlich 15.000 €. Ein Haushalt mit bescheidenem Einkommen erhält typischerweise 700 € Grundförderung plus 2.800 € an Bonuszahlungen. Steht die Wärmepumpe nicht auf der zugelassenen Liste, fallen diese 2.800 € komplett weg – übrig bleiben nur die 700 € Grundförderung. Die CEE-Hilfe schrumpft tatsächlich auf ein Fünftel.
Ein weiterer wichtiger Baustein der Wärmepumpen-Förderung 2026 ist MaPrimeRénov‘, das rechtlich von den CEE getrennt ist. Für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe konnte diese Förderung bis zu 5.000 € für Haushalte mit sehr niedrigem Einkommen, 4.000 € für niedrige Einkommen und 3.000 € für mittlere Einkommen erreichen – bei Geothermie sogar mehr. Das Problem: Diese Hilfe ist seit dem 1. Januar 2026 ausgesetzt und wartet auf die Verabschiedung des Haushalts. „Diese enorme Instabilität der Förderungen schadet unserer Branche heute am meisten“, beklagt François Deroche gegenüber Que Choisir.
So wählen Sie Ihre Wärmepumpe richtig und sichern Ihre CEE-Förderung
Für Hersteller steht bereits eine Zulassungsplattform bereit; sie haben bis Februar 2026 Zeit, ihre Unterlagen einzureichen. Die offizielle Liste der förderfähigen Modelle soll im Juli veröffentlicht werden, bevor die europäische Präferenzregelung am 1. September 2026 in Kraft tritt.
François Deroche weist darauf hin, dass „es im Gegensatz zu Luft-Luft-Geräten relativ wenige asiatische Importe bei Luft-Wasser-Wärmepumpen gibt“ und dass bereits 2022 „80 % der in Frankreich verkauften Luft-Wasser-Wärmepumpen lokal hergestellt wurden, entweder im Land selbst oder in Europa“, wie Que Choisir berichtete. Das Industrieministerium fasst die Logik zusammen: „Gerade weil diese Kapazitäten ausreichen, um die Nachfrage zu decken, reserviert die Regierung einen bedeutenden Teil der Förderung für in Europa produzierte Wärmepumpen“.
Diese vier Punkte müssen Sie vor der Unterschrift prüfen
Für Privathaushalte entscheidet sich alles im Moment des Angebots. Bevor Sie unterschreiben, sollten Sie unbedingt folgende Punkte mit dem Installateur klären, um Ihre Wärmepumpen-Förderung 2026 abzusichern:
- die genaue Modellbezeichnung der Wärmepumpe und ihre voraussichtliche oder bestätigte Aufnahme in die kommende Zulassungsliste
- den Montageort des Kältekreislaufs (innerhalb oder außerhalb des EWR)
- eine detaillierte Simulation der CEE-Förderung mit klarer Aufschlüsselung von Grundförderung und Bonuszahlungen
- das geplante Einreichungsdatum für den CEE-Antrag, besonders wenn es nahe am 1. September 2026 liegt
Ein falsches Modell kann Sie mehrere tausend Euro kosten – nehmen Sie sich die Zeit für diese Prüfung, bevor Sie den Vertrag unterzeichnen.










