Frankreich unter winterlichem Wetteralarm: 43 Départements im Ausnahmezustand
Der Mittwoch, 28. Januar 2026, bringt für große Teile Frankreichs eine ernste Wetterwarnung mit sich. Von der bretonischen Küste über die Südalpen bis hin zum Nordosten und zum Zentralmassiv – Regen, Schnee, Wind und drohende Überschwemmungen stellen den Alltag auf den Kopf und erschweren bereits jetzt die Mobilität.
Die aktuellen Warnstufen sprechen eine klare Sprache: 43 Départements stehen unter Beobachtung, davon gelten sieben für Orange-Alarmstufe und 36 für die gelbe Warnstufe. Die Gefahren konzentrieren sich auf Lawinen, Überschwemmungen und Schnee mit Glätte. Besonders kritisch zeigt sich die Lage in den Südalpen und der Bretagne, während Korsika mit Sturmböen und Gewittern kämpft.
Wo wird es gefährlich? Diese Regionen trifft es am härtesten
In den Hochalpen wurden beeindruckende Schneemengen gemessen: Die Station Orcières verzeichnet 47,3 mm Neuschnee bei gefühlten minus 9 Grad Celsius. Risoul meldet 29,1 mm, Isola kommt auf 23,7 mm bei minus 7 Grad. Das Lawinenrisiko in diesen Gebirgsmassiven wird als erheblich eingestuft – Fahrten in höhere Lagen sollten vermieden werden.
Die bretonische Küste steht nach tagelangen Regenfällen unter massivem Druck. In Landerneau erreichten die Windböen 65 Stundenkilometer, in Quimper wurden 61 km/h gemessen – und das auf bereits vollständig durchnässten Böden. Am Dienstag galt für Finistère, Morbihan und Ille-et-Vilaine bereits die Orange-Warnstufe wegen Hochwassergefahr. Flüsse wie Odet, Blavet und Vilaine haben ihre Alarmmarken überschritten, was die Situation am Mittwoch weiter verschärft.
Südalpen im Fokus: Massive Schneefälle und akute Lawinengefahr
Météo-France hat für Hautes-Alpes, Alpes-de-Haute-Provence und Alpes-Maritimes die Orange-Warnstufe für Lawinen ausgerufen. Das meteorologische Institut beschreibt eine Wetterfront, die sich über den Alpenregionen verstärkt und außergewöhnlich hohe Niederschlagsmengen mit sich bringt – zunächst als Schnee ab 1.500 bis 1.800 Metern Höhe, ab Mittwochmorgen dann bereits ab 1.000 Metern.
Die Experten warnen eindringlich: Zahlreiche große Lawinen werden im Laufe der anhaltenden Schneefälle abgehen. Diese könnten Berginfrastruktur, Hochgebirgshütten und Straßen in den höchsten Tälern erreichen, typischerweise oberhalb von 1.800 Metern. Neben den alpinen Regionen gelten gelbe Warnungen auch für Pyrenäen-Départements und Korsika, wo Schneerutschungen nicht ausgeschlossen werden können.
Bretagne kämpft mit Wassermassen: Flüsse über Alarmgrenze
Die vier bretonischen Départements verzeichneten dramatische Anstiege der Flusspegel. In 24 Stunden fielen in Brest 12,6 mm Niederschlag, in Vannes 16,9 mm und in Pontivy sogar 23,2 mm. Gleichzeitig peitschten Windböen mit 85 km/h über Concarneau und 86 km/h über Crozon hinweg.
Doch nicht nur die Bretagne ist betroffen: Loire-Atlantique, Gers, Charente sowie Var und Jura bleiben ebenfalls unter Warnung wegen möglicher Überschwemmungen. Weiter östlich bereiten Schnee und Eisglätte in den nördlichen Départements und im Großraum Ostfrankreich Probleme. Im Zentralmassiv verwandelt sich Regen bereits ab 600 bis 800 Metern Höhe in Schnee.
Welche Vorsichtsmaßnahmen Sie jetzt treffen sollten
Selbst in Gebieten mit gelber Warnstufe können die Wetterphänomene lokal überraschend heftig ausfallen. Glatte Straßen werden vom Norden bis Pas-de-Calais gemeldet, ebenso in Meurthe-et-Moselle, den Vogesen und im Territoire de Belfort. Im Zentralmassiv genügen wenige Zentimeter Schnee, um die Zufahrten zu Hochebenen und Pässen zu erschweren – insbesondere in den Morgenstunden. Auf Korsika können Starkwind und Gewitter den Schiffsverkehr und die Stromversorgung beeinträchtigen.
Wetter- und Rettungsdienste empfehlen dringend folgende Schutzmaßnahmen:
- Verschieben Sie Bergfahrten wenn möglich und meiden Sie ungesicherte Hänge komplett.
- Befahren Sie niemals überflutete Straßen – auch nicht bei geringer Wasserhöhe.
- Reduzieren Sie Ihre Geschwindigkeit deutlich auf nassen, verschneiten oder vereisten Fahrbahnen.
- Rüsten Sie Ihr Fahrzeug mit Winterreifen und Schneeketten aus, wenn Sie in Bergregionen unterwegs sind.
Praktische Tipps für Hochwasser- und Lawinengebiete
In hochwassergefährdeten Zonen sollten Sie empfindliche Geräte und Gegenstände in höhere Stockwerke bringen. Wichtige Dokumente und Wertsachen gehören an sichere Orte. Bleiben Sie aufmerksam gegenüber Durchsagen der lokalen Behörden und beachten Sie Sperrungen.
In Bergregionen ist Skifahren abseits gesicherter Pisten bei der aktuellen Schneedecke besonders gefährlich. Lokale Lawinenwarnungen und die Beschilderung in Skigebieten werden zu unverzichtbaren Orientierungshilfen. Wer seine Aktivitäten entsprechend plant und die Warnungen ernst nimmt, kann den Tag sicher überstehen – auch wenn das Wetter seine winterliche Kraft zeigt.










