Geschenkte Pflanze erhalten? 5 Gründe, warum Profis zum Rausstellen raten

Warum die gut gemeinte Geschenkpflanze oft nicht ins Wohnzimmer gehört

Eine Amaryllis vom Weihnachtsfest, die traurig zur Seite kippt. Eine Topfchrysantheme mit braunen Blättern. Ein Mini-Rosenstock auf dem ohnehin überfüllten Schreibtisch. Viele Menschen leben mit Geschenkpflanzen zusammen, die längst nicht mehr dem Zustand vom Tag der Übergabe entsprechen – doch niemand wagt es, sie wegzustellen oder zu entsorgen.

Zimmerpflanzen haben sich als klassisches Geschenk für Feiertage, Einweihungspartys oder Geburtstage etabliert. Doch nicht jede Art ist tatsächlich für ein dauerhaftes Leben in Innenräumen gedacht. Besonders getriebene Blumenzwiebeln und saisonale Chrysanthemen leiden drinnen. Wer die geschenkte Grünpflanze unbedingt behalten möchte, verhindert möglicherweise ihren natürlichen Lebenszyklus und verstopft gleichzeitig die Wohnung – doch wann sollte man sie besser nach draußen bringen?

Erst die Art bestimmen, dann über das Schicksal entscheiden

Bevor die Entscheidung fällt – behalten, nach draußen stellen oder kompostieren – muss klar sein, um welche Pflanze es sich handelt. Eine Amaryllis, ein Weihnachtskaktus, eine Topfchrysantheme oder ein Miniaturrosenstock unterscheiden sich grundlegend. Jede Art hat andere Anforderungen an Licht, Kälte und Ruhephasen, auch die Lebensdauer variiert erheblich.

Fachleute unterteilen in einjährige Zierpflanzen, mehrjährige Gewächse und Zwiebelblumen. Einjährige Dekopflanzen wie bestimmte Allerheiligen-Chrysanthemen sind nur für eine Saison konzipiert. Sobald die Stängel vertrocknen, dürfen sie ohne schlechtes Gewissen auf den Kompost. Getriebene Zwiebeln von Narzissen, Krokussen oder Hyazinthen hingegen benötigen eine Kälteperiode und Ruhezeit, um im Folgejahr erneut zu blühen.

Wann das Rausstellen oder Weitergeben die bessere Wahl ist

Ein weiterer Fall: Die Pflanze überlebt zwar, aber Ihre Wohnung bietet nicht die richtigen Bedingungen. Topfrosen, Weihnachtskakteen und andere dekorative Stauden entwickeln sich im Garten deutlich prächtiger. Dort finden sie stärkeres Licht und feuchtere Luft als im beheizten, trockenen Wohnzimmer.

Experten empfehlen, solche Pflanzen ins Freie zu bringen, sobald die Außentemperaturen den Innentemperaturen nahekommen. Zunächst stellt man den Topf für einige Tage an einen geschützten Platz ohne direkte Sonneneinstrahlung und Wind – das verhindert Blattverbrennungen. Danach steigert man die Sonneneinstrahlung schrittweise über den Sommer hinweg.

Konkrete Handlungsschritte für ausrangierte Geschenkpflanzen

Bei getriebenen Zwiebeln wie Narzissen, Krokussen oder Hyazinthen aus der Zimmerkultur gibt es ein bewährtes Vorgehen: Nach dem Verblühen entfernt man die Blütenstängel und lässt das Laub vergilben. Anschließend pflanzt man die Zwiebeln draußen ein, sofern der Boden nicht gefroren ist. Alternativ lagert man sie kühl, trocken und dunkel bis zum Herbst.

Für die Amaryllis gilt ein anderes Prinzip – sie braucht keine Kälte, aber eine echte Ruhephase. Nach der Blüte kann man sie den ganzen Sommer über im Topf draußen in der Sonne kultivieren. Zum Spätsommer holt man sie in einen kühlen, dunklen und trockenen Raum, stoppt die Wassergaben für zwei bis drei Monate und startet dann die Vegetationsperiode neu. Falls die Pflanze einjährig, erschöpft oder zu groß geworden ist, kann man sie jemandem mit Garten schenken oder kompostieren – ganz ohne schlechtes Gewissen wird die Wohnung wieder übersichtlicher.

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