Rosen schneiden: Dieser simple Trick in den nächsten 19 Tagen rettet Ihre Pflanzen

Ein Gartenexperte warnt: Entscheidende Wochen für den perfekten Rosenschnitt

Rosen verzaubern jeden Garten, doch beim Schnitt herrscht oft Verwirrung. Der Gartenbau-Experte Simon von Walking Talking Gardeners kennt das Problem: „Es kursieren widersprüchliche Ratschläge darüber, wann und wie Rosen geschnitten werden sollten“, erklärt er gegenüber dem britischen Medium Devon Live. Dieses Jahr nennt er jedoch ein präzises Zeitfenster von 19 Tagen – kombiniert mit einer extrem simplen Vorsichtsmaßnahme, die viele übersehen.

Für Simon steht fest: Der Schnitt zahlreicher Rosensorten muss bis Ende März abgeschlossen sein, also innerhalb der kommenden 19 Tage, bevor die Pflanzen vollständig aus ihrer Winterruhe erwachen. Er unterscheidet vier Haupttypen von Rosen und betont, dass nicht alle jetzt geschnitten werden dürfen. Doch vor dem ersten Schnitt gibt es einen Vorbereitungsschritt, der alles verändert.

Warum bleiben nur noch drei Wochen für den Rosenschnitt im März

Deutsche Gartenratgeber stimmen überein: Der Hauptschnitt öfterblühender Rosen erfolgt im Spätwinter. Viele Experten schwören darauf, dass der Märzschnitt die Grundlage für prächtige Blüten legt. Simon hebt besonders Kletterrosen hervor: „Kletterrosen unterscheiden sich erheblich, da sie am diesjährigen Holz blühen“, erklärt er. Wer sie jetzt schneidet, regt neue blütentragende Triebe an, ohne bereits gebildete Knospen zu opfern.

Edelrosen und Beetrosen beschreibt er als unkompliziert für diese Jahreszeit. „Man kann kaum etwas falsch machen, wenn man die Drittel-Regel befolgt“, sagt er. „Bei Edel- und Beetrosen schneidet man in der dritten Woche des dritten Monats, also im März, bis zum dritten nach außen gerichteten Auge.“ Wartet man länger, bis die Knospen bereits weit geöffnet sind, schwächt das die Pflanze unnötig und erschwert die Erholung.

Der simple Handgriff, den der Experte empfiehlt: Schere desinfizieren vor jedem Schnitt

Bevor auch nur ein toter Zweig entfernt wird, drängt Simon auf eine Maßnahme, die viele vernachlässigen: die Desinfektion der Klingen. „Wir müssen über die Sterilisation Ihrer Schneidwerkzeuge sprechen, bevor Sie mit dem Schnitt beginnen, denn dadurch lassen sich große Probleme vermeiden“, warnt er. Er erinnert daran, dass „Rosen ein wahrer Magnet für Pilzkrankheiten, bakterielle Infektionen und Viren sind. Wenn Sie infizierte Pflanzen mit Ihrer Schere schneiden, gelangt infizierter Saft auf die Klinge. Sobald Sie eine andere Pflanze schneiden, entsteht eine neue Wunde, und der infizierte Saft darauf berührt diese frische Wunde. Alle bakteriellen, viralen oder pilzlichen Erreger darauf werden auf die andere Pflanze übertragen“, erläutert er detailliert.

Praktisch empfiehlt der Experte entweder, die Klingen zu erhitzen oder sie mit Alkohol abzuwischen und etwa 15 Minuten einwirken zu lassen, bevor man sie abtrocknet. Ideal ist es, dies zu Beginn der Arbeit zu tun und zwischen zwei Rosen zu wiederholen, wenn eine krank erscheint. Er fügt einen weiteren technischen Kniff hinzu: „Führen Sie niemals gerade Schnitte aus, denn Wasser kann auf diesen offenen Wunden stehen bleiben und das Risiko von Pilzinfektionen erhöhen. Schneiden Sie immer schräg, damit Regen einfach abläuft“, rät er.

Welche Rosen jetzt geschnitten werden und welche man in Ruhe lässt

Nicht alle Rosen gehören in dieses Spätwinter-Zeitfenster. Öfterblühende Kletterrosen, Edelrosen und Beetrosen, die am diesjährigen Holz blühen, profitieren vom jetzigen Schnitt. Ramblerrosen folgen einer anderen Logik. Simon warnt: „Die Leute verwechseln sie oft mit Kletterrosen, die entweder Ende des Jahres oder im Frühjahr geschnitten werden. Wenn Sie das bei einer Ramblerrose machen, bekommen Sie dort, wo Sie geschnitten haben, keine Blüten.“ Er empfiehlt außerdem, sich reibende Zweige zu entfernen: „Kreuzende Äste können die Rinde beschädigen, die Kambiumschicht verletzen, und das wird zum Einfallstor für Bakterien, Pilze und Viren.“

Moderne Strauchrosen haben noch einen anderen Kalender. Über diese Sorten präzisiert Simon: „Sie blühen hauptsächlich am Holz der vorherigen Saison. Diese Blütezeit endet etwa Ende Sommer, und dann schneidet man.“ Und er betont: „Man schneidet sie nicht wie eine Edelrose oder Beetrose im Frühjahr um den März herum, schlicht weil man sonst enorm viele neue Triebe produziert und überhaupt keine Blüten bekommt. Der Zeitpunkt ist also absolut entscheidend. Man hat wirklich nur ein einziges Zeitfenster, unmittelbar nach der Blüte, und ohne zu stark zu schneiden.“ Bei Unsicherheit über die Sorte oder wenn die Pflanzen alt und schwer zugänglich sind, kann ein professioneller Gärtner, der auf Anlage und Pflege von Gärten spezialisiert ist und routiniert Sträucher, Hecken und Rosen schneidet, schnell eingreifen, um jede Pflanze zu identifizieren, den passenden Schnitt durchzuführen und die Gesundheit des gesamten Beetes zu sichern.

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