Wenn Legehennen nicht mehr profitabel sind
Jahr für Jahr werden Millionen von Legehennen aus der Produktion genommen, sobald ihre wirtschaftlich rentable Phase endet. Erreichen die Tiere ein bestimmtes Alter, legt die Legeleistung nach – und normalerweise wartet dann der Schlachthof auf sie.
Doch in der Region Hauts-de-France gibt es jetzt eine bemerkenswerte Alternative. Ein Bauernhof in Mory-Moncrux im Département Oise bietet fast 3.000 Legehennen eine zweite Chance. Privatpersonen können die Tiere bei sich aufnehmen und ihnen ein würdevolles Weiterleben ermöglichen.
Wie die Rettungsaktion funktioniert
Das Konzept ist denkbar einfach: Interessierte Tierfreunde adoptieren Hennen aus professionellen Betrieben. Die Vögel haben bereits mehrere Monate oder sogar Jahre lang Eier gelegt, sind aber durchaus noch produktiv.
Die Organisatoren verfolgen ein klares Ziel – diese Tiere sollen der Schlachtung entgehen, indem sie ein neues Zuhause finden. Wer helfen möchte, kann direkt zum Hof kommen und eine oder mehrere Hennen mitnehmen.
Für die Adoption wird meist ein bescheidener Geldbetrag fällig. Diese Spende deckt hauptsächlich organisatorische Aufwendungen sowie Transportkosten ab.
Warum landen Legehennen überhaupt zur Vermittlung?
In industriellen Haltungsbetrieben bleibt die produktive Lebensphase einer Legehenne relativ kurz. Nach etwa ein bis zwei Jahren sinkt die Legeleistung spürbar – dann werden die Hennen gegen jüngere, ertragreichere Tiere ausgetauscht.
Genau an diesem Punkt setzen Rettungsaktionen an. Tierschutzorganisationen und einzelne landwirtschaftliche Betriebe organisieren Vermittlungskampagnen, damit die ausgedienten Hennen nicht geschlachtet werden müssen.
Im heimischen Garten können diese Vögel noch mehrere Jahre leben. Häufig legen sie weiterhin Eier, auch wenn die Frequenz niedriger ausfällt als während ihrer Zeit im Legebetrieb.
Was Sie vor der Adoption unbedingt bedenken sollten
Ein Huhn aufzunehmen bedeutet Verantwortung zu übernehmen. Zwar gelten diese Tiere als pflegeleicht, trotzdem brauchen sie bestimmte Voraussetzungen und regelmäßige Fürsorge.
Bevor Sie Hennen bei sich willkommen heißen, sollten folgende Punkte geklärt sein:
- ein geschützter Außenbereich wie ein Garten oder eingezäuntes Freigehege
- ein Hühnerstall für die Nacht zum Schutz vor Raubtieren
- geeignetes Futter und ständig frisches Wasser
- regelmäßige Reinigung und Pflege der Unterkunft
Für manche Familien entwickeln sich die gefiederten Mitbewohner zu echten Haustieren. Als angenehmer Nebeneffekt gibt es gelegentlich frische Eier direkt aus dem eigenen Garten.










