Warum der März über Ihre Hornissen-Plage im Sommer entscheidet
Die Knospen schwellen an, Schneeglöckchen öffnen ihre Blüten, die Luft wird milder – und irgendwo in einer Gartenecke oder Mauerritze streckt sich eine Asiatische Hornissenkönigin nach ihrem Winterschlaf. Viele Gartenbesitzer glauben noch, es sei genug Zeit. Doch um Asiatische Hornissen im Garten diesen Sommer einzudämmen, fällt die Entscheidung jetzt – zwischen Ende Februar und Anfang März.
Bernards Geschichte als Hobbygärtner zeigt drastisch, was passiert, wenn man diese Insekten gewähren lässt. Als er versehentlich auf ein verstecktes Nest in der Vegetation trat, löste er einen blitzartigen Angriff aus: „Ich hatte gerade noch Zeit, mein Werkzeug fallen zu lassen und zu rennen, die Hornissen verfolgten mich und stachen zu“, erzählt er in einem Interview mit der Sendung „Bonjour ! La Matinale TF1“. Hinter diesem Albtraum steckt eine simple Wahrheit: Die Anzahl der Hornissen, die Sie im Sommer sehen werden, wird zu Beginn des Frühjahrs festgelegt.
Jetzt handeln: Warum Asiatische Hornissen bereits im März aktiv werden
Sobald die Temperaturen um 12 bis 15 °C pendeln, verlassen die Hornissenköniginnen endgültig ihr Winterquartier. Sie sind allein, ausgehungert und suchen nach Zucker sowie einem Unterschlupf für ihr erstes kleines Nest – das sogenannte „Primärnest“ – häufig in Hecken, Gartenhäuschen oder unter Vordächern. Dies ist der ideale Moment für die Bekämpfung: „Genau dann wollen wir sie fangen“, erklärt Bernard. Eine jetzt gefangene Königin bedeutet ein ganzes Nest weniger im kommenden Sommer.
Die Zahlen verdeutlichen das Ausmaß der Bedrohung. Ein ausgereiftes Nest entlässt Dutzende von Königinnen, was durchschnittlich zu fünf neuen Nestern im Folgejahr in der Nachbarschaft führt. Ein einzelnes Nest kann mehrere Tausend Individuen beherbergen und bis zu elf Kilogramm Insekten pro Jahr vertilgen. Honigbienen zahlen den höchsten Preis: Asiatische Hornissen schweben im Standflug vor Bienenstöcken, fangen Arbeiterinnen ab und köpfen sie, wodurch die Völker zunehmend geschwächt werden. Als Bernard auf das verborgene Nest trat, demonstrierte er vor allem die Fähigkeit dieser invasiven Art, ihr Territorium aggressiv zu verteidigen.
Frühjahrs-Fallen: Schnell gegen Hornissenköniginnen vorgehen
Um diese Explosion einzudämmen, setzen zahlreiche Gemeinden und Privatpersonen auf Frühjahrsfallen. Bernard verwendet einen „Cocktail“, der ebenso einfach wie wirkungsvoll ist: ein Drittel Sirup, ein Drittel Bier und ein Drittel Weißwein, eingefüllt in einen Behälter oder eine Flaschen-Falle. Der Geruch des Weißweins schreckt Bienen ab, während die süß-alkoholische Mischung Hornissenköniginnen stark anzieht, was diese Frühjahrsfallen selektiver macht. In Souffelweyersheim im Bas-Rhin sollen etwa dreißig Fallen aufgestellt werden, und ähnliche Kampagnen haben in acht Wochen 7.772 Königinnen in Brec’h (Morbihan) oder über 34.000 Hornissen in Auvergne-Rhône-Alpes gefangen.
Der Zeitplan ist dabei eng gesteckt. Experten empfehlen, die Fallen von Mitte Februar oder Anfang März bis Mitte Mai aufzustellen – solange die Königinnen noch zur Nahrungssuche unterwegs sind. Ab Mai oder Juni bleiben sie im Nest: Die Fallen dann stehen zu lassen, wird kontraproduktiv, warnen Imker. Man fängt dann hauptsächlich Nachtfalter, bestäubende Wespen, Schmeißfliegen oder Europäische Hornissen – allesamt wichtig für das ökologische Gleichgewicht im Garten. Für wirksames Handeln genügen einige Orientierungspunkte:
- Fallen ausschließlich im Frühjahr aufstellen, wenn Königinnen noch fliegen
- Inhalt regelmäßig kontrollieren und Mischung erneuern
- alle Fallen vor Ende Mai oder Anfang Juni entfernen
- Fallenaktionen mit der Gemeinde oder örtlichen Imkern koordinieren
Wo Sie Fallen im Garten platzieren und wie Sie sicher vorgehen
Im Garten bevorzugen Hornissenköniginnen unauffällige Bereiche: dichte Hecken, Holzstapel, Gartenschuppen, Dachunterseiten, Mauerritzen. Fallen in Schulterhöhe, zwischen 1,5 und 2 Metern, in der Nähe blühender Hecken, des Komposts oder Obstbäumen zu platzieren, erhöht die Fangchancen. Das Aufspüren eventueller Primärnester – groß wie eine Orange oder kleine Melone – kann ebenfalls unangenehme Überraschungen vermeiden. Im Haut-Rhin verstärken Imker diese gezielten Überwachungen rund um Bienenstände, um die Raubaktivität einzuschränken.
Sobald jedoch im Sommer ein Sekundärnest entdeckt wird – oft hoch gelegen und voluminös – sollten Sie nicht selbst eingreifen. Die Zerstörung muss aus Sicherheitsgründen Fachleuten oder von der Gemeinde beauftragten Diensten überlassen werden. Die Rolle jedes Einzelnen bleibt entscheidend: eine selektive Falle zum richtigen Zeitpunkt installieren, sie nach Ende des Frühjahrs entfernen, verdächtige Nester melden. Ein einziges übersehenes Nest genügt, um im Folgejahr fünf neue Brutstätten rings um den Garten entstehen zu lassen – der milde März ist daher der unauffällige, aber entscheidende Moment, in dem Sie den weiteren Verlauf der Saison wirklich beeinflussen können.










