Wenn die Natur erwacht – der März entscheidet über Sommerblüten
Der März täuscht gerne: Knospen schwellen an, der Boden erwärmt sich langsam, doch die Pflanzenwelt scheint noch im Winterschlaf gefangen. Für die renommierte Gartenbau-Expertin Carol Klein markiert dieser Monat jedoch den entscheidenden Wendepunkt. Jetzt fällt die Entscheidung, ob Ihr Garten im Sommer in üppiger Blütenpracht erstrahlt oder enttäuschend karg bleibt.
Die Herausforderung liegt im Detail: Welche Zweige schneiden, wie radikal kürzen, und vor allem – wo genau ansetzen? Rosen, sommerblühende Sträucher, Clematis, Jasmin oder Efeu reagieren völlig unterschiedlich auf den Schnitt. Ein einziger falsch platzierter Schnitt kann Hunderte Blütenknospen kosten. Die richtigen Handgriffe dagegen verwandeln durchschnittliche Pflanzen in spektakuläre Blühwunder.
Warum der März-Schnitt nach Carol Klein alles verändert
Im März startet das Pflanzenwachstum neu, doch das Laub fehlt noch – eine perfekte Gelegenheit. Carol Klein nutzt dieses schmale Zeitfenster gezielt: Beetrosen und Hochstammrosen vor dem Austrieb zurückschneiden, um die Pflanze zu kräftigen, Luftzirkulation zu fördern und Pilzkrankheiten vorzubeugen. Richtig behandelte Rosen entwickeln deutlich mehr Blüten, die zudem länger halten.
Dieser durchdachte Schnitt basiert auf genauer Beobachtung. Bei laubabwerfenden Kletterpflanzen betont die Royal Horticultural Society einen wichtigen Punkt: „Bei laubabwerfenden Pflanzen können Sie nun erkennen, welches Holz abgestorben ist und welches lebt – lebende Triebe zeigen pralle, kraftvolle Knospen. Geeignete Kletterpflanzen umfassen Lonicera (Geißblatt), Hedera (Efeu) und Kletterrosen“. Zunächst entfernt man totes Holz, anschließend lichtet man die Silhouette aus.
Diese Pflanzen gehören im März auf die Schnittliste
Rosen stehen ganz oben, wenn es um den März-Schnitt geht. Zuerst verschwinden geschwärzte oder allzu dünne Triebe, dann öffnet man die Strauch-Mitte für besseren Lichteinfall. Der Schnitt erfolgt knapp über einer nach außen gerichteten Knospe. Sitzt dieser Schnitt falsch, schwächt das genau den Trieb, der die Sommerblüten tragen sollte.
Als nächstes kommen laubabwerfende Sommersträucher an die Reihe: Buddleja, Bartblume, Rispen-Hortensie, Strauchmalve oder winterharte Fuchsien. Der März-Rückschnitt regt frisches, kräftiges Wachstum an, das später die Blüten trägt. Bei etablierten Exemplaren entfernt man maximal ein Drittel der Höhe auf einmal – so bleiben die Büsche dicht, ohne die Wurzeln zu überfordern.
Clematis, Jasmin und Kletterkünstler – individuelle Strategien gefragt
Bei Clematis-Sorten mit Winterschnitt empfiehlt Carol Klein, bis auf ein kräftiges Knospenpaar über dem Boden zurückzuschneiden, falls noch nicht geschehen. Danach folgen Mulch und Dünger für den optimalen Neustart. Winterjasmin schneidet man direkt nach der Blüte: Tote Triebe raus, neue Triebe anbinden, Seitentriebe auf circa 5 cm kürzen und den Wurzelbereich nähren.
Sommerblühender Jasmin verträgt lediglich das Entfernen einiger alter Triebe bodennah – die Seitentriebe mit den Blütenknospen bleiben unangetastet. Bei wuchernden Kletterpflanzen wie Geißblatt, Efeu oder Kletterrosen genügt es, die Struktur auszulichten und überlange Triebe in Form zu lenken.










