Bedrohte Schönheit: Dieser Vogel steht vor dem Abschuss – so retten Sie ihn in Ihrem Garten

Eine stille Tragödie: Die Turteltaube verschwindet aus unseren Landschaften

In zahllosen Dörfern verstummt allmählich das charakteristische Gurren, das einst die späten Sommernachmittage prägte. Die Turteltaube, ein zierlicher Zugvogel mit federleicht geschupptem Gefieder, erlebt einen Rückgang, den Beobachter als „dramatisch“ bezeichnen. Ausgerechnet jetzt bereitet die Regierung die Wiederzulassung ihrer Bejagung vor – mit einer nationalen Quote von 10.560 Vögeln. Ein Widerspruch, der immer mehr Naturschützer alarmiert.

Dieser eklatante Gegensatz zwischen der tatsächlichen Situation in der Natur und behördlichen Entscheidungen beunruhigt zahlreiche Biodiversitäts-Experten zutiefst. Besonders brisant: Frankreich beherbergt etwa zehn Prozent der europäischen Brutpopulation dieser Spezies. Anders als die stadtaffine Türkentaube sucht die Turteltaube ruhige Landschaften mit Hecken und Waldrändern. Dennoch kann Ihr Garten oder sogar ein durchdacht gestalteter Balkon zu einer wertvollen Station auf ihrer Reiseroute werden.

Alarmierender Bestandseinbruch: Warum die Turteltaube dringend Schutz braucht

Die Überwachungsdaten des französischen Amtes für Biodiversität und der LPO zeichnen ein klares Bild: Zwischen 2001 und 2019 büßte die Turteltaube in Frankreich über 50 Prozent ihres Bestandes ein. Seit Jahrhundertbeginn beträgt der Verlust sogar 57 Prozent. Die IUCN stufte sie 2015 weltweit als „gefährdet“ ein. Der Verlust von 70 Prozent der Hecken seit 1945, intensive Landwirtschaft und Pestizideinsatz haben ihre Nistplätze und Wildsamenvorkommen drastisch reduziert.

Eine aktuelle Bewertung der Europäischen Kommission deutet auf leichte Verbesserungen hin, was die Tür zur Jagdfreigabe öffnete. „Sie ist nicht erholt! Sie beginnt sich zu erholen, aber wir haben die Bestandszahlen der 80er Jahre noch lange nicht erreicht,“ relativiert Cédric Marteau, Generalsekretär der Vogelschutzliga, gegenüber Franceinfo. Er ergänzt: „Die Erholung findet hauptsächlich in Spanien statt, wo wir echte Bruterfolge dieser Art beobachten. In Frankreich sehen wir das nicht.“ Die LPO äußert sich „sehr skeptisch bezüglich der Methodik. Das Risiko besteht darin, dass wir – anders als die Portugiesen, die auf eine wirkliche Bestandserholung warten – in den kommenden Jahren erneut einen Einbruch erleben,“ warnt er eindringlich.

So schaffen Sie optimale Bedingungen für die Turteltaube in Ihrem Garten

Um tatsächlich eine Turteltaube in Ihrem Refugium zu begrüßen, müssen Sie zunächst ihre Lebensweise verstehen. Dieser strikte Zugvogel weilt nur während Frühling und Sommer bei uns, bevor er Afrika erreicht – durch die Sahara hindurch. Sie bevorzugt ein Mosaik aus Feldern, Brachland, kleinen Wäldern und Feldhecken, verbunden mit Ruhe und minimaler Störung. Die Fortpflanzungszeit erstreckt sich lang von Februar bis November, was die Ungestörtheit des Standorts noch bedeutsamer macht.

Ihre Ernährung besteht nahezu ausschließlich aus Körnern. Eine bodennahe oder sehr niedrig angebrachte Futterstelle, stabil und übersichtlich platziert, hilft ihr, während kalter oder trockener Perioden Energie zu sparen. Hier einige bevorzugte Sämereien, die ihrer natürlichen Nahrung nahekommen. Eine flache Vogeltränke mit täglich frischem Wasser ergänzt diese Versorgung ideal.

  • Weizen und Mais liefern reichhaltige Energiereserven
  • Hafer bietet wertvolle Nährstoffdichte
  • Hanfsamen werden wegen ihres Fettgehalts besonders geschätzt

Ein sicheres Refugium gestalten: Hecken, Wildnis und Schutz für Turteltauben

Jenseits der Nahrungsversorgung bleibt der Lebensraum die Schlüsselfrage. Eine natürlich wachsende Feldhecke anlegen, nicht alle trockenen Zweige beschneiden – das schafft Sitzwarten, Verstecke und Nistmaterial. Ein übermäßig „gepflegter“ Garten verwandelt sich in eine biologische Wüste, während sogenannte „Unkräuter“ unschätzbare Dienste leisten.

Für die Brut können Sie flache Nisthilfen oder künstliche Reisignester installieren, hoch platziert, geschützt und fern von Durchgangswegen. Schützen Sie Ihre gefiederten Gäste vor Katzen und Hunden, indem Sie Futterstellen und Wasserschalen auf unerreichbaren Halterungen befestigen – besonders wenn Jungvögel das Nest verlassen.

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