Rhabarber im Februar ernten: Die englische Geheimtechnik für zuckersüße Stangen ganz ohne Gewächshaus

Süßer Rhabarber mitten im Winter – so funktioniert der englische Trick

Während in den meisten Gärten der Rhabarber tief im Winterschlaf liegt, sehnen sich viele Hobbygärtner bereits nach frischen Stangen für Kuchen und Kompott. Doch der Traum von früher Ernte muss kein Traum bleiben. Eine simple, aber wirkungsvolle Methode aus England macht es möglich, bereits im Februar knackige Stangen zu ernten – ganz ohne Gewächshaus oder komplizierte Technik.

Das Geheimnis liegt in einer traditionellen Anbautechnik, die britische Rhabarberliebhaber seit Generationen nutzen. Durch gezielten Lichtentzug löst das Treiben von Rhabarber ein rasantes Wachstum aus. Die Stangen bleiben hell, werden deutlich zarter und entwickeln eine überraschend milde Süße statt der üblichen Säure. Das Ergebnis überzeugt jeden Feinschmecker: beinahe zuckersüßer Rhabarber, der sich perfekt für Desserts eignet. Entscheidend ist nur das richtige Timing und die schonende Behandlung der Pflanze.

Darum revolutioniert diese Methode deinen Rhabarbergarten

Normalerweise beginnt die Rhabarberernte frühestens im April oder Mai und dauert bis zum Frühsommeranfang. Mit der Treibmethode startet die Saison hingegen schon im Februar oder März – ein Vorsprung von mehreren Wochen. Dieser frühe Erntezeitpunkt bringt noch einen weiteren Vorteil: Die Stangen enthalten deutlich weniger Oxalsäure, die später im Jahr die Nieren belasten kann und den Geschmack aggressiver macht. Erfahrene Gärtner beenden die Ernte traditionell spätestens zur Sommersonnenwende am 24. Juni.

Unter einer lichtundurchlässigen Abdeckung produziert die Pflanze kaum noch Chlorophyll. Stattdessen mobilisiert sie ihre Energiereserven und streckt ihre Blattstiele rasant in die Höhe. Diese Dunkelheit-Wachstumsphase sorgt für helle, saftige und erstaunlich zarte Stangen ohne störende Fasern. Gleichzeitig reduziert sich die Säure erheblich, während Wasser und natürliche Zucker sich konzentrieren. Perfekt für leichte Süßspeisen, die oft mit weniger zugesetztem Zucker auskommen.

Schritt für Schritt zum perfekt getriebenen Rhabarber

Für erfolgreiches Rhabarbertreiben brauchst du einen kräftigen, gut etablierten Stock, der mindestens zwei bis drei Jahre alt ist. Der ideale Zeitpunkt liegt mitten im Winter, zwischen Mitte Januar und Ende Februar, abhängig von deiner Region. Entferne zunächst sämtliches abgestorbenes Laub und Unkraut rund um die Staude. Dann stülpst du einen großen Tontopf, eine Glocke oder einen schwarzen Eimer über die Pflanze – mindestens 50 Zentimeter hoch, absolut lichtdicht und fest positioniert.

Rundherum packst du eine isolierende Schicht aus Stroh, reifem Kompost oder Mist. Diese Wärmequelle beschleunigt das Wachstum zusätzlich und schafft ein schützendes Mikroklima. Nach etwa vier bis acht Wochen zeigen sich die ersten zarten Triebe. Sobald sie 25 bis 30 Zentimeter erreichen, kannst du ernten. Ziehe die Stangen mit einer leichten Drehbewegung an der Basis heraus, statt sie abzuschneiden – das verhindert Fäulnis durch Stummelreste.

So erholt sich dein Rhabarber nach dem Treiben richtig

Das Treiben beansprucht die Kraftreserven des Rhabarbers erheblich. Deshalb solltest du niemals denselben Stock zwei Jahre hintereinander treiben. Nach der Frühjahrsernte gönnst du der Pflanze eine Ruhephase: Reduziere oder stoppe weitere Ernten komplett und versorge den Boden großzügig mit frischem Kompost. Wichtig zu wissen: Die Blätter bleiben giftig und gehören ausschließlich auf den Kompost, niemals auf den Teller.

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