Rasenmähen im Februar: Warum Experten bis Anfang März warten – der Fehler, den fast alle machen

Sobald die Sonne scheint, greift man zur Schere – ein fataler Irrtum

Ende Februar reicht oft ein einziger Sonnenstrahl, und schon juckt es in den Fingern: Der Rasenmäher muss raus. Nach Wochen voller Regen, Frost und Herbstlaub wirkt die Grünfläche stumpf und vernachlässigt. Viele Hobbygärtner träumen davon, endlich wieder Ordnung ins Grün zu bringen.

Die Versuchung, schon im Februar zum Mäher zu greifen, erscheint verlockend – wie ein Neustart nach dem Winter. Doch Chris McIlroy, Rasenexperte beim Fachunternehmen The Grass People, rät zum genauen Gegenteil. Wer zu früh mäht, schwächt den Rasen nachhaltig, statt ihm zu helfen.

Seine klare Empfehlung für die erste Mahd des Jahres: Warten Sie bis Anfang März – und nur dann, wenn das Wetter mitspielt.

Warum Ihr Rasen im Februar noch schläft

Laut McIlroy, zitiert vom Portal WalesOnline, hat die Rasenfläche zu dieser Jahreszeit schlicht noch nicht wieder angefangen zu wachsen. Der Boden bleibt kühl und häufig durchnässt, die Wurzeln erholen sich gerade erst von Schnee und Dauerregen.

Das Gras sollte erst gemäht werden, wenn es tatsächlich kräftig wächst – also wenn die Temperaturen mehrere Tage lang bei 8 bis 10 °C liegen. Solange diese Wärme fehlt, bleibt das Wachstum gebremst und das Gras verträgt keinen Schnitt.

Fachleute sind sich einig: Die Bodentemperatur muss dauerhaft bei 8 bis 10 °C liegen, damit ausreichend Wachstum stattfindet. Wer vorher schneidet, entfernt Halme, die kaum Energie produzieren – ohne dass sich der Rasen regenerieren kann.

Diese versteckte Gefahr lauert beim verfrühten Mähen

Der Zeitpunkt macht den entscheidenden Unterschied: Für Chris McIlroy ist der Februar der Monat, den man meiden sollte. Seine Position ist unmissverständlich: „Der Februar dürfte noch zu kalt sein. Ich würde empfehlen, bis zum ersten Märzwochenende zu warten und dann die Bedingungen neu zu bewerten. Kurz geschnittenes Gras ermöglicht es Winterkälte und Krankheiten, leichter zu den Wurzeln vorzudringen – das kann verheerende Schäden anrichten.“

Ein weiteres Problem wird oft übersehen: Gegen Ende des Winters ist der Boden noch wassergesättigt. Ein schwerer Rasenmäher verdichtet die Erde und verschlechtert die Belüftung der Wurzeln, was Krankheiten und Filzbildung begünstigt.

McIlroy erinnert daran, dass Frost oder sogar Schnee bis in den März hinein möglich sind, manchmal sogar im April. Deshalb sollten Gartenbesitzer unbedingt die Wettervorhersage im Auge behalten, bevor sie das Gerät herausholen.

Der perfekte Startschuss: So gehen Sie die erste Mahd richtig an

Die meisten Experten setzen den ersten Schnitt ab dem ersten Märzwochenende an – je nach Region auch später. Der Boden muss wieder fest sein, das Gras sollte mindestens 6 bis 8 cm erreicht haben.

Chris McIlroy gibt konkrete Anweisungen: „Stellen Sie bei der ersten Mahd die Messer Ihres Mähers auf die höchste Stufe ein, sodass Sie nur das obere Drittel des Grases schneiden. Erst wenn Sie gesehen haben, wie Ihr Rasen auf diesen ersten Schnitt reagiert, können Sie kürzer mähen.“

Bis zum grünen Licht sollten Sie den Rasen pflegen, aber nicht schneiden. Fachleute empfehlen, Äste, Steine, Spielzeug und Laub zu entfernen, die Licht und Nährstoffe blockieren. Vermeiden Sie das Betreten von fragilem Rasen und mähen Sie niemals auf feuchtem Untergrund.

Leichtes Vertikutieren gegen Moos und die Gabe von passendem Dünger helfen dem Gras, dichter nachzuwachsen. Nutzen Sie die Zeit außerdem, um die Messer zu schärfen und den Mäher zu reinigen – so sind Sie startklar, sobald das Wetter das Signal gibt.

Nach oben scrollen