Hühner lernen ihren Namen – 7 überraschende Fakten zur Intelligenz Ihrer Hennen

Unterschätzte Intelligenz: Was Hühner wirklich können

Die kognitiven Fähigkeiten von Hühnern werden massiv unterschätzt. Diese gefiederten Gartenbewohner verfügen über ein erstaunliches Gedächtnis, ein feines Gehör und Lernkapazitäten, die weit über das hinausgehen, was die meisten Menschen vermuten würden.

Der junge Radiohörer Basile stellte eine faszinierende Frage in der Sendung Les P’tits Bateaux auf France Inter: Können Hühner ihren eigenen Namen erlernen – ähnlich wie Katzen oder Hunde? Die Verhaltensforscherin Cécile Arnould, die seit Jahren diese Tiere erforscht, liefert eine eindeutige Antwort: Ja, Hühner können definitiv ihren Namen lernen und sogar auf einfache Kommandos reagieren, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind.

Erstaunliche Lernfähigkeit statt Vergesslichkeit

Das Klischee vom zerstreuten Federvieh könnte falscher nicht sein. Hühner besitzen ungeahnte kognitive Fähigkeiten, wie die Wissenschaftlerin betont. Diese Vögel haben Ohren, sie hören ausgezeichnet, sie können lernen und verfügen über ein funktionierendes Gedächtnis.

Besonders beeindruckend ist ihre ausgeprägte auditive Unterscheidungsfähigkeit. Hennen können zwischen zwei verschiedenen Stimmen unterscheiden, die denselben Satz sprechen. Ebenso erkennen sie unterschiedliche Sätze, die von derselben Person gesprochen werden.

In der Praxis bedeutet dies: Ein Huhn kann die Stimme seiner Bezugsperson identifizieren und gleichzeitig die Absicht hinter verschiedenen Worten erkennen. Diese Fähigkeit übertrifft die Erwartungen selbst erfahrener Hühnerhalter bei weitem.

Namensgebung funktioniert wie bei Hunden

Die Verhaltensforscherin beobachtet dieses Phänomen täglich bei ihren eigenen Tieren. Wenn sie mit dem Finger auf ein bestimmtes Huhn zeigt, es ansieht und seinen Namen ruft, während sie ein simples Kommando gibt – beispielsweise „Stopp“, weil das Tier nicht in einen bestimmten Bereich laufen soll – dann bleibt es stehen.

Gleichzeitig reagiert ein anderes Huhn völlig anders: Ruft sie dessen Namen und fordert es auf zu kommen, befolgt es die Anweisung prompt. Dieses Verhalten ähnelt dem gut erzogener Hunde verblüffend stark.

Der Erfolg basiert auf drei entscheidenden Elementen: ausreichend Zeit mit dem Tier, wiederholte Interaktionen und konsequente Kommandos. Ohne diese Grundpfeiler funktioniert das Training nicht.

So trainieren Sie Ihre Henne richtig

Gute Nachrichten für Hühnerhalter: Sie können Ihren Hennen problemlos ihren Namen beibringen, sofern Sie eine starke Bindung zu ihnen aufbauen. Zwang führt dabei zu nichts – Geduld und positive Verstärkung sind der Schlüssel zum Erfolg.

Die Expertin erklärt das Prinzip anschaulich: Wenn Sie Hühner halten, die Sie gut kennen und keine Angst vor Ihnen haben, funktioniert das Training ähnlich wie bei Hunden. Verbringen Sie Zeit mit den Tieren, rufen Sie sie beim Namen, und belohnen Sie sie – beispielsweise mit einem Mehlwurm – wenn sie zu Ihnen kommen. So prägt sich der Name dauerhaft ein.

Praktischer Nutzen im Alltag

Wozu braucht ein Huhn überhaupt einen Namen? Die Antwort liegt im täglichen Umgang. Eine namentliche Ansprache verstärkt die Bindung zwischen Ihnen und Ihren gefiederten Freunden erheblich.

Darüber hinaus erweist sich diese Fähigkeit als äußerst praktisch: Sie können eine bestimmte Henne gezielt rufen, damit sie verbotene Bereiche meidet, zuverlässig in ihren Auslauf zurückkehrt, unerwünschte Besucher vertreibt oder einfach zu Ihnen kommt, wenn Sie Futter verteilen.

Das erspart Ihnen jede Menge Ärger im Alltag und macht das Zusammenleben mit Ihren Hühnern deutlich angenehmer. Die kleine Mühe des Trainings zahlt sich vielfach aus – versprochen!

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