Der unsichtbare Feind unter Ihrem Rasen: Klimawandel macht Schädlinge aggressiver
Ihr Rasen zeigt gelbe Flecken, obwohl Sie alles richtig gemacht haben? Während die Grasnarbe aussieht, als würde sie nur Durst leiden, spielt sich darunter oft ein ganz anderes Drama ab: Wurzeln werden im Verborgenen aufgefressen – von einem Bodenbewohner, der vom heutigen Klima regelrecht profitiert.
Diese Veränderungen betreffen längst nicht nur private Gärten. In staatlichen Wäldern spricht ein gemeinsamer Bericht über das Nationale Forstamt von der Notwendigkeit, „den französischen Wald zu retten“ angesichts übermäßiger Wildbestände. Die Empfehlungen reichen bis zu einem „Schockprogramm zur Regulierung wilder Huftiere“, einem „Krisenaktionsplan“ und sogar „Maßnahmen nach dem Vorbild der 2019 in den Weißzonen gegen die Afrikanische Schweinepest eingerichteten Strategien“, wie Le Chasseur Français berichtet. Manche Hirsche und Rehe könnten sogar als „Schädlinge“ eingestuft werden – Jäger befürchten, zum „bewaffneten Arm“ dieser Politik zu werden, mit dreijährigen „gleitenden Jagdplänen“, finanziert durch die Mission „Anpassung an den Klimawandel“. In den Meeren zeigt sich ein ähnliches Bild: „In Hitzejahren beobachten wir bei Fischen deutlich höhere Stresslevel“, erklärt Forscher Christophe Lebigre. Arianna Servili ergänzt: „Wir dachten, der Wolfsbarsch sei unempfindlich gegen Versauerung, aber tatsächlich reicht schon eine leichte pH-Absenkung, um sein Verhalten, Wachstum und die Eiqualität zu verändern.“ Elodie Fleury fügt hinzu: „In der Thau-Lagune verstärken sich die Phänomene. Wir müssen damit rechnen, dass Hitzespitzen sich auf die Atlantikküste ausweiten“, und Valérie Derolez fasst zusammen: „Eine Erwärmung um 1 °C verdreifacht das Risiko von Sauerstoffmangel“ – alle zitiert von Ifremer.
Engerlinge im Rasen: Wie wärmere Temperaturen die Invasion beschleunigen
Dieser Schädling, der europäische Maikäfer, findet in unseren milderen Wintern und trockeneren Sommern ideale Bedingungen. Er legt seine Eier mitten im Hochsommer direkt in den Rasen, danach entwickeln sich die Larven knapp unter der Oberfläche in erwärmtem Boden, den sie bevorzugen.
Im Larvenstadium nennt man sie weiße Engerlinge: dicke, C-förmig gekrümmte, weißliche Larven, die sich von Graswurzeln ernähren. Während langer, trockener Sommer kann sich ein ausgetrockneter Rasen nach ihrem Fraß nicht mehr regenerieren – daher diese abgestorbenen Flecken, die bis zum Herbst sichtbar bleiben.
Engerlinge erkennen und Rasenschäden rechtzeitig begrenzen
Die ersten Anzeichen zeigen sich an der Oberfläche: gelbliche Stellen, Gras, das sich wie ein Teppich ablösen lässt, Amseln oder Igel, die den Boden aufkratzen. Zur Bestätigung genügt es, ein 20-cm-Quadrat auszustechen und die Larven zu zählen – ab fünf bis zehn Exemplaren pro Quadratfuß ist der Rasen in Gefahr.
Durch den Klimawandel dehnt sich die Aktivitätsphase der Larven aus: mildere Winter, frühere Frühjahre, eingeschränkte Bewässerung im Sommer. Aggressive Methoden mit Insektiziden unterliegen heute strengeren Auflagen. Besser ist es, frühzeitig zu handeln und einige einfache Maßnahmen zu kombinieren.
- Eine hohe Schnitthöhe beibehalten (8 bis 10 cm), um den Boden zu beschatten und die Rasenfläche für Eiablage weniger attraktiv zu machen.
- Tief, aber seltener wässern, soweit örtliche Beschränkungen es erlauben.
- Entomopathogene Nematoden im Spätsommer auf gut befeuchteten Boden ausbringen, um junge Larven gezielt zu bekämpfen.
Rasenpflege an den Klimawandel anpassen: So wird Ihr Grün widerstandsfähiger gegen Engerlinge
Langfristig hilft es, einen weniger perfekten Rasen zu akzeptieren: verschiedene Grasarten mischen, natürlichere Zonen zulassen.
Ein lebendiger, mit Kompost angereicherter Boden fördert tiefere Wurzeln und macht die Rasenfläche resistenter gegen Hitzewellen.










