Gewitterregen auffangen – verlockend, aber nicht ohne Risiko
Die angekündigten Unwetter wirken wie eine perfekte Gelegenheit, um kostenloses Regenwasser für Garten und Haushalt zu sammeln. Diese Idee ist klug und umweltfreundlich, doch Vorsicht ist geboten. Obwohl das Sammeln von Niederschlagswasser völlig legal ist, unterliegt es strikten Vorschriften, die Sie unbedingt kennen sollten.
Wer die Regeln missachtet, riskiert nicht nur Bußgelder, sondern möglicherweise auch den Rückbau der gesamten Anlage auf behördliche Anordnung.
Was die Gesetze erlauben – und was streng verboten ist
In Deutschland wird die Nutzung von Regenwasser aktiv gefördert, besonders in Zeiten zunehmender Trockenheit und Wasserknappheit. Dennoch müssen Sie bestimmte technische und rechtliche Anforderungen erfüllen. Die wichtigsten Regeln im Überblick:
- Das Wasser muss von nicht begehbaren Dachflächen stammen (Ausnahme: Wartungsarbeiten).
- Die Speicherung erfolgt in oberirdischen oder unterirdischen Zisternen.
- Frostschutzmittel dürfen im Speichertank nicht verwendet werden.
- Dächer mit Blei oder Asbestzement sind tabu für die Regenwassernutzung.
- Bei Anschluss an die öffentliche Kanalisation müssen Sie Ihre Anlage beim zuständigen Amt anmelden.
- Deutlich sichtbare Hinweisschilder mit der Aufschrift „Kein Trinkwasser“ sind Pflicht.
Zusätzlich sind Sie zur regelmäßigen Wartung verpflichtet: Filter säubern, Zisterne entleeren und desinfizieren. Technische Prüfer der Wasserwerke können jederzeit Kontrollen durchführen. Entspricht Ihre Installation nicht den Vorgaben, kann die Gemeinde die komplette Demontage anordnen.
Gewitterregen clever nutzen – diese Vorkehrungen sind unverzichtbar
Um bei Unwettern und Starkregen optimal zu profitieren, muss Ihr Sammelsystem richtig vorbereitet sein:
- Prüfen Sie, ob Ihr Speicherbehälter ausreichend Volumen besitzt, um die erwarteten Wassermassen aufzunehmen und Überlaufen zu verhindern.
- Kontrollieren Sie alle Verbindungsstellen und Dichtungen auf absolute Wasserdichtigkeit, um Leckagen zu vermeiden.
Während Hitzeperioden sollten Sie darauf achten, dass Ihr Regenwassersystem nicht direkter Sonneneinstrahlung oder extremer Wärme ausgesetzt ist. Das kann die Wasserqualität beeinträchtigen oder die Anlage beschädigen.
Erlaubte Verwendungen: So nutzen Sie Regenwasser rechtlich einwandfrei
Ihr gesammeltes Regenwasser dürfen Sie unbegrenzt verwenden – selbst in Regionen mit aktuellen Wassernutzungsbeschränkungen. Voraussetzung ist, dass Sie es ausschließlich für zugelassene Zwecke einsetzen:
- Bewässerung von Garten und Pflanzen
- Toilettenspülung
- Reinigung von Böden und Außenflächen
- Wäschewaschen (nur mit geeigneter Wasseraufbereitungsanlage)
- Fahrzeugwäsche
Auch das Befüllen von Swimmingpools ist grundsätzlich möglich, erfordert aber zwingend eine fachgerechte Filterung, um die Wasserqualität im Becken zu gewährleisten.
Absolute Tabus: Diese Verwendungen sind gefährlich und illegal
Unter keinen Umständen dürfen Sie Regenwasser trinken oder damit kochen. Auch zum Geschirrspülen ist es nicht geeignet.
Besonders kritisch wird es, wenn Sie Regenwasser ins öffentliche Abwassersystem einleiten und dieses dadurch verunreinigen. Dann drohen Ihnen drastische Strafen. Die Verschmutzung öffentlicher Wasserversorgungsanlagen oder das Einbringen gesundheitsschädlicher Stoffe in Trinkwasserquellen kann mit Freiheitsstrafen bis zu drei Jahren und Geldstrafen bis 45.000 Euro geahndet werden.
Diese strengen Sanktionen gelten laut Gesundheitsschutzvorschriften für die Beschädigung öffentlicher Wasserinfrastruktur und die Gefährdung der öffentlichen Gesundheit durch kontaminiertes Wasser.










