Winterliche Überlebenshilfe aus dem Vorratsschrank
Tief hinten im Küchenschrank versteckt sich oft eine Packung Trockenfrüchte. Als gelegentlicher Snack zwischendurch geraten sie schnell in Vergessenheit. Doch gerade wenn Schnee und Frost die Natur fest im Griff haben, verwandelt sich dieser unscheinbare Vorrat in eine echte Rettungsleine für gefiederte Gartenbesucher.
Amseln, Rotkehlchen, Drosseln und Stare prägen mit ihrem geschäftigen Treiben zwischen Hecken und Beeten die kalte Jahreszeit. Viele Gartenfreunde wünschen sich häufigere Besuche dieser gefiederten Gäste, wissen aber nicht genau, wie sie unterstützen können. Dabei gibt es eine bestimmte Trockenfrucht, die sich problemlos beschaffen lässt und genau das bietet, wonach hungrige Vögel suchen, wenn die Natur karger wird.
Eisige Kälte setzt Gartenvögeln massiv zu
Die Belastung für die Tierwelt nimmt ständig zu. Wissenschaftliche Schätzungen sprechen von etwa 34 Prozent der Bäume, 26 Prozent der Säugetiere und 12 Prozent der Vögel, die weltweit vom Aussterben bedroht sind. Winterliche Temperaturen zwingen Gartenvögel zu einem enormen Energieaufwand, während gleichzeitig Insekten, Beeren und flüssiges Wasser knapp werden.
Der Vogelschutzbund betont, dass Fütterung besonders zwischen Spätherbst und Vorfrühling sinnvoll ist, wenn anhaltende Kälteperioden die Tiere stark belasten. Fruchtfressende Arten wie die Amsel oder verschiedene Drosseln sind auf kleine Früchte angewiesen. Nordamerikanische Rotdrosseln, entfernte Verwandte unserer Amseln, ziehen mittlerweile fast zwei Wochen früher nordwärts als noch vor dreißig Jahren.
Wenn diese Vögel auf noch gefrorenen Böden ankommen, die weder Würmer noch Insekten bieten, wird eine zuckerreiche, leicht verdauliche Trockenfrucht zum wertvollen Energielieferanten bis zum Frühlingserwachen.
Rosinen begeistern Amseln und Rotkehlchen gleichermaßen
Die Lösung sind schlicht und einfach Rosinen. Ornithologische Studien belegen, dass Amseln gerne frische Früchte, Trockenobst, Mehlwürmer und Insekten verzehren. Auch Drosseln, Rotkehlchen und Stare schätzen getrocknete Früchte, insbesondere Rosinen.
Diese Vogelarten meiden häufig Futterstellen mit reinem Körnerfutter, das vor allem Spatzen und Meisen anzieht. Auf ein kleines Obstangebot reagieren sie dagegen begeistert. Manche Amseln brüten bereits im Winter und benötigen einen erhöhten Energiebedarf. Rosinen liefern schnell verfügbare Zuckerarten, ähnlich den Beeren von Stechpalme oder Wacholder aus der freien Natur.
Gerade am Winterende und zu Frühlingsbeginn, wenn Insekten noch Mangelware sind, schließt eine Handvoll Trockenfrüchte im Garten eine echte Versorgungslücke.
Richtige Vorbereitung macht den Unterschied
Am besten eignen sich naturbelassene Rosinen ohne Zuckerzusatz, Überzug oder Schokolade. Vor dem Anbieten sollten sie abgespült und mehrere Stunden in Wasser eingeweicht werden. Dadurch werden sie weicher, verlieren etwas oberflächlichen Zucker und nehmen Feuchtigkeit auf – wichtig, wenn ringsum alles gefriert.
Nach dem Abtropfen verteilt man sie auf einer stabilen Platte, einem Gartentisch oder einer flachen Futterstelle in Bodennähe, denn Amseln und verwandte Arten fressen bevorzugt am Boden. Zu große Mengen sollte man vermeiden, um keine Nagetiere anzulocken und Schimmelbildung vorzubeugen.
Besser regelmäßig kleine Portionen nachfüllen, die Unterlage säubern und verdorbene Reste entfernen. Vogelschutzorganisationen empfehlen, Futterstellen mindestens zweimal pro Saison mit heißem Wasser und etwas Essig zu reinigen. Ergänzend passen einige Apfel- oder Birnenstücke, Mehlwürmer oder Fettknödel mit pflanzlichem Fett für Meisen, wobei Körnerfutter separat angeboten werden sollte.
Absolut tabu sind Brot, salzige oder stark gezuckerte Lebensmittel sowie fettige oder gewürzte Essensreste, die der Vogelgesundheit schaden und das Verdauungssystem unnötig belasten.










