Warum der Ansturm auf Pflanzen immer früher beginnt
Schon Wochen vor dem offiziellen Frühlingsbeginn füllen sich die Regale mit frischen Grünpflanzen. Suzie Éthier, Inhaberin des Centre jardin Lac Pelletier, beobachtete diesen erstaunlichen Trend und berichtete gegenüber Radio-Canada: „Wir haben bereits am 15. März unsere Türen geöffnet, obwohl wir normalerweise erst ab dem 1. Mai starten. Wir haben uns entsprechend vorbereitet und deutlich mehr Setzlinge gezogen. Tatsächlich haben wir unser Sortiment an Blumen und Gemüse massiv erweitert. Die Nachfrage nach essbaren Pflanzen ist enorm gestiegen.“
Diese wachsende Begeisterung wirft eine wichtige Frage auf: Macht es einen echten Unterschied, ob man zur spezialisierten Baumschule oder zum großen Gartencenter geht?
Eine Gartenexpertin von HouseDigest fasst ihre bewährte Strategie so zusammen: „Bei meinen eigenen Garteneinkäufen setze ich auf Gartencenter für gewöhnliche Pflanzen und auf Baumschulen für außergewöhnliche oder einheimische Arten.“ Die entscheidende Frage lautet: Wo liegen Ihre persönlichen Prioritäten in dieser grünen Landschaft?
Was wirklich hinter den Kulissen passiert
Eine echte Baumschule zieht den größten Teil ihres Sortiments selbst heran – aus Samen, Stecklingen oder Jungpflanzen, häufig mit speziellen Lizenzen. Les Jardins d’Ollivier im französischen Département Essonne demonstrieren dieses Konzept eindrucksvoll: Der Familienbetrieb kultiviert vor Ort alte Obstsorten, Sträucher, bienenfreundliche Stauden, Kräuter und knapp 150 traditionelle, nicht-hybride Gemüsesorten.
Seit dem Jahr 2000 arbeiten sie nach zertifizierten Bio-Standards und bleiben damit die einzige Baumschule der Île-de-France mit diesem besonderen Status.
Ein Gartencenter funktioniert dagegen wie ein spezialisiertes Kaufhaus: Die Pflanzen stammen von verschiedenen Erzeugern und Großhändlern, eine eigene Produktion findet nicht statt. Der Schwerpunkt liegt auf einem umfangreichen Angebot und saisonaler Vielfalt.
Ghislain Brosseau vom Centre de jardinage Serlivard erklärte gegenüber Radio-Canada: „Bereits im vergangenen Herbst begannen die Kunden, Termine für ihre Gartenarbeiten zu reservieren. Direkt nach dem Valentinstag im Februar starteten die Anrufe – Fragen zu Bäumen, Heckenpflanzungen oder der Planung kompletter Gartenanlagen.“
Wann eine Baumschule Ihr Gartenprojekt zum Erfolg führt
Träumen Sie von einem produktiven Gemüsegarten, einem familiären Obstgarten oder einem Paradies für Bestäuber? Dann wird die lokale Baumschule oft zu Ihrem wertvollsten Partner.
Les Jardins d’Ollivier bieten beispielsweise ein breites Spektrum an nektar- und pollenreichen Pflanzen, die Insekten und Vögel das ganze Jahr über versorgen. Dalila erklärt auf Plantez Chez Nous: „Wir haben festgestellt, dass durch den Klimawandel die Blütezeit der Pflanzen immer kürzer wird. Blütenbesuchende Insekten und Bestäuber leiden schnell unter Nektarmangel. Deshalb haben wir eine Reihe von Pflanzen mit verlängerter Blütezeit entwickelt, um den klimatischen Veränderungen zu begegnen.“
In solchen Betrieben erhalten Sie hochspezialisierte Beratung: Auswahl widerstandsfähiger alter Sorten für trockene Bedingungen, Zusammenstellung einer fruchtbaren Naschhecke oder Planung eines autarken Gartens.
Dalila und Laurent unterstützen Privatpersonen, Vereine, Landschaftsgärtner und Spitzenköche bei ihren Vorhaben – stets nach Permakultur-Prinzipien, ohne Pestizide oder chemische Dünger, mit vollständigem Topf-Recycling. „Immer mehr Menschen kommen zu uns, aus finanziellen Gründen, auf der Suche nach gesunder, qualitativ hochwertiger, schmackhafter Nahrung aus der Region“, berichtet Dalila. Der anfängliche Preis mag etwas höher liegen, finanziert aber meist eine robustere und langlebigere Pflanze.
Wann das Gartencenter punktet und wie Sie beide Welten kombinieren
Möchten Sie Balkonkästen und Beete schnell mit gängigen Blumen bestücken, bleibt das Gartencenter unschlagbar: Günstiges Einjahres-Sortiment im Set, attraktive Frühjahrsangebote, große Auswahl an Erde und Töpfen. Oft finden Sie in Gartencentern Abverkaufsecken, wo leicht angeschlagene Pflanzen zu Schnäppchenpreisen warten – vorausgesetzt, Sie erkennen, welche sich wieder erholen können.
Alles unter einem Dach: Werkzeuge, Bewässerungssysteme und Pflanzenpflegeprodukte inklusive.
Das Optimum liegt laut der HouseDigest-Expertin in der Kombination beider Ansätze: „Um Ihren Garten und Ihre Landschaft vollständig zu gestalten, sollten Sie sowohl Baumschulen als auch Gartencenter besuchen und die Vorteile beider nutzen.“
In der Praxis bedeutet das: Viele Gartenfreunde wählen ihre Bäume, Hecken und Obstgehölze in der Baumschule aus, setzen auf Qualität und regionale Anpassung, und ergänzen dann im Gartencenter mit Saisonblumen, Balkonpflanzen oder attraktiven Sonderangeboten.
Diese clevere Strategie ermöglicht es Ihnen, Ihr Budget zu kontrollieren und gleichzeitig einen lebendigen, ertragreichen Garten aufzubauen, der den Herausforderungen des Klimawandels besser gewachsen ist.










